Was ist ein Existenzlohn?

Die Textilindustrie ist einer der größten Arbeitgeber weltweit. In Asien beispielsweise sind mehr als 15 Millionen Menschen in dieser Branche beschäftigt. Die internationalen Marken machen jedes Jahr Millionengewinne in einer boomenden Branche, die auf der Ausbeutung der billigen Arbeitskraft von Millionen NäherInnen beruht, deren Löhne bei Weitem nicht zum Leben reichen.


Ein existenzsichernder Lohn (living wage) ist ein Lohn, den ArbeiterInnen während einer regulären 48-Stunden-Woche verdienen und der ausreicht, um die Grundbedürfnisse von sich selbst und ihren Familien zu befriedigen. Neben einer angemessenen Ernährung zählen dazu Unterkunft, Transport, Kleidung, Bildung, medizinische Versorgung sowie ein geringes frei verfügbares Einkommen für unerwartete Notfälle.

Warum ein Mindestlohn nicht genug ist

Die Situation ist in vielen Ländern Asiens die gleiche: der gesetzliche Mindestlohn liegt weit unter dem berechneten existenzsichernden Lohn, wie auch das Beispiel Kambodscha zeigt.

 

In der Bekleidungsindustrie von Kambodscha sind über 80 % der NäherInnen Frauen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren. Viele von ihnen haben Kinder und Familie, für die sie aufkommen müssen. Aufgrund steigender Lebenshaltungskosten für Unterkunft, Ernährung, Kleidung, Bildung, Transport und medizinische Versorgung reicht der Mindestlohn schlicht und einfach nicht zum Überleben. Die Asia Floor Wage Alliance berechnete, dass in Kambodscha ein existenzsichernder Lohn 283 USD pro Monat liegen müsste. Das ist mehr als dreimal so viel wie der erst kürzlich verhandelte Mindestlohn von 75 USD pro Monat.

Weltweit als Grundrecht anerkannt

Ein existenzsichernder Lohn ist ein Menschenrecht, für alle Menschen, überall auf der Welt. Dieses Recht ist nicht nur in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (Artikel 23) festgeschrieben, sondern auch in den Konvention 95 und 131 und Empfehlungen 131 und 135 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

fair, safe, united

Wir fordern, dass NäherInnen genug verdienen, um ein menschenwürdiges Leben zu führen! Wir fordern einen existenzsichernden Lohn für alle NäherInnen! Ein existenzsichernder Lohn, ein sicherer Arbeitsplatz und Organisationsfreiheit sind die Grundlage für menschenwürdige Arbeitsbedingungen.

CCK News

ArbeiterInnen in Bangladesh fordern von der Regierung Anteil am Budget

Am Freitag, den 6. Mai 2017, versammelten sich VertreterInnen der GBGWF (Green Bengal Garment Workers Federation) vor dem National Press Club in Dhaka und forderten die Regierung dazu auf, in ihrer Planung des kommenden Budgets finanzielle Mittel für TextilarbeiterInnen vorzusehen.
Weiter

Keine Geheimnisse mehr. KonsumentInnen haben das Recht zu wissen, ob Ausbeutung und Gift an ihren Schuhen kleben

Clean Clothes Kampagne fordert von österreichischen und europäischen Schuhunternehmen wie u. a. Leder & Schuh AG (Humanic, Shoe4You), Deichmann und Birkenstock die Offenlegung ihrer gesamten Lieferkette.
Weiter

Was steckt in deiner Kleidung?

Mittels „Globalem Riesen-T-Shirt“ erzählten Südwind-AktivistInnen und Studierende der Uni Graz heute in der Grazer Innenstadt über die Produktionsgeschichte eines T-Shirts

Graz, 28. April 2017 – Mit der Installation „Globales Riesen-T-Shirt“ informierten Südwind-AktivistInnen und Studierende der Uni Graz heute am Tummelplatz über die Problemfelder in der Bekleidungsindustrie.


Weiter