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Firmenprofil: C&A

Unternehmensdaten

Brüssel
Belgien
1841
1353 in Europa
Cofra Holding AG
6,2 Mrd. Euro
nicht bekannt
Bangladesch, China, Volksrepublik, Indien, Indonesien, Türkei
Produktpalette: C&A, Canda, Yessica, Yessica Pure, Angelo Litrico, Westbury, Your Sixth Sense, Rodeo, Clockhouse, Here and There, Palomino, Baby Club

Kommentar der CCK

Die Kommunikation zwischen C&A und der CCK hat sich im Verlauf der letzten Jahre verbessert. Im April 2010 hat C&A mit zwei Zulieferern in Bangladesch ein Pilotprojekt vereinbart, um zu testen, ob eine Produktivitätssteigerung zu höheren Löhnen führen kann. Lokale Gewerkschaften sind jedoch von diesem Pilotprojekt ausgeschlossen. Generell weigert sich C&A, im Falle von gravierenden Arbeitsrechtskonflikten bei den öffentlichen Behörden zu intervenieren. Einzig in Bangladesch hat C&A laut eigenen Aussagen den Handelsminister, den Premierminister und die Arbeitgebervereinigung BGMEA dazu aufgefordert, die Sicherheits- und Gesundheitsmängel in der Bekleidungsindustrie zu beheben. Eine Recherche in Bangladesch im 2009 hat gravierende Arbeitsrechtsverletzungen offen gelegt. C&A verpflichtet sich nur, den gesetzlichen Mindestlohn oder den industrieüblichen Lohn zu bezahlen, das heißt keinen Existenzlohn.
Im September 2010 hat C&A angekündet, dass die Firma bei der Herstellung und Behandlung von Jeans in Zukunft gänzlich auf Sandstrahlen verzichten will. C&A hat mitgeteilt, dass sie bereits unterzeichnete Bestellungen respektieren, jedoch keine neuen Sandstrahl-Aufträge mehr vergeben werden. Es ist allerdings nicht klar, wie lange die noch laufenden Verträge andauern werden.

Die nachfolgende Beurteilung der Unternehmenspolitik hinsichtlich Transparenz sowie der Implementierung und dem Monitoring von Arbeitsrechtsnormen basiert auf den Antworten des Unternehmens auf den Fragebogen der CCK und auf einer zusätzlichen Recherche von Dokumenten, durchgeführt von der CCK.

Transparenz

C&A hat den Fragebogen der CCK beantwortet und einige zusätzliche Dokumente mitgeliefert. Der Verhaltenskodex der Firma ist öffentlich zugänglich im Internet, in Verkaufsläden oder durch andere Informationskanäle. Die Firma liefert einige Information zur Struktur der Zulieferkette, der Produktionsländer und der Produktionsstätten. Ein Sozialbericht ist öffentlich zugänglich. Dieser entspricht internationalen Berichtsstandards (GRI) und beinhaltet einen Bericht der Stakeholder. C&A liefert Ergebnisse von Fabrikaudits, aber es existieren keine Berichte mit Ergebnissen einer MSI-Verifizierung.

Verhaltenskodex

Das Unternehmen C&A hat einen Verhaltenskodex verabschiedet. Der Verhaltenskodex weist nicht darauf hin, dass dort, wo lokale und internationale Arbeitsstandards variieren, der höhere Standard gelten soll. C&A erklärt, dass die Firma für die Umsetzung des Verhaltenskodex in der gesamten Lieferkette (inkl. Unterlieferanten) verantwortlich ist. Der Verhaltenskodex beinhaltet Maßnahmen, um diesen in den Arbeitsstätten zu implementieren, und die Einhaltung zu überprüfen. Der Verhaltenskodex beinhaltet nicht alle Bestimmungen der ILO Kernarbeitsnormen und macht keinen expliziten Hinweis auf die ILO Kernarbeitsnormen. Das Unternehmen verpflichtet sich nur dazu, den gesetzlichen Mindestlohn oder Standard-Industrielohn zu zahlen, d.h. keinen Existenzlohn. Es gibt keine Beschränkungen bezüglich der wöchentlichen Arbeitszeit. Der Verhaltenskodex verlangt eine sichere und hygienisch einwandfreie Arbeitsumgebung in den Zulieferfabriken. Das Unternehmen verlangt nicht explizit, dass alle ArbeiterInnen einen Arbeitsvertrag erhalten. Über die oben erwähnten Arbeitsstandards hinaus ist der Verhaltenskodex in einzelnen Punkten nicht hinreichend genau. Er enthält keine Verpflichtung im Hinblick auf*:

  • Bestimmungen über vorübergehende Maßnahmen im Interesse der Kinder und ihrer Familien, wenn Kinderarbeit vorgefunden wird
  • Sonderbestimmungen für ArbeiterInnen unter 18 Jahren (z.B. Ausbildung, keine Nachtarbeit)
  • spezifische Schritte, um vernünftige Arbeitsbedingungen in solchen Ländern zu fördern, in denen nationale Gesetze das Vereinigungsrecht und die Rechte zu Kollektivverhandlungen einschränken
  • das Verbot des Arbeitgebers, Kautionen einzufordern oder Personalausweise zurückzubehalten
  • Bezahlung von Überstunden zum erhöhten Stundenansatzdie Garantie eines Existenzlohnes für einen regulären Arbeitstag ohne Überstunden
  • Verbot willkürlicher Strafen, insbesondere bei Krankheit oder Schwangerschaft
  • den expliziten Hinweis auf die ILO-Kernkonvention 182 gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit

*Um mit den jüngsten Entwicklungen der international anerkannten Arbeitsrechtsnormen mitzuhalten (siehe Kodex unter: www.jo-in.org), müsste C&A den Firmenkodex bezüglich der folgenden Normen aktualisieren (und die folgenden ILO-Konventionen explizit anerkennen): 138, 182, 87, 98, 135, 100, 111, 29, 105, 1, 81, 122, 131, 154, 155, 159, 175, 177, 183 und die ILO-Empfehlungen 143, 35, 90, 111, 146, 164, 168, 184, 190.

Kodexumsetzung

Der Verhaltenskodex ist in alle Hauptsprachen der Länder übersetzt, aus denen das Unternehmen die Waren bezieht. Jeder Kaufvertrag legt die Verpflichtung des Zulieferers fest, den Kodex bei sich und seinen Unterlieferanten umzusetzen. C&A erklärt, dass in den Zulieferfabriken für einen Teil des Managements und der Belegschaft Trainings zu Arbeitsrechtsthemen organisiert oder gefördert werden. Entsprechend den vorliegenden Informationen beabsichtigt C&A nicht, die Zahlung eines Existenzlohns für alle ArbeiterInnen in der Zulieferkette zu implementieren. Entsprechend der gelieferten Information liegen einige der Produktionsstandorte in Ländern oder Zonen, in denen Vereinigungsfreiheit gesetzlich nicht garantiert wird. C&A berücksichtigt zu einem gewissen Grade, dass die eigene Beschaffungspolitik Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Das Unternehmen hat einige Prozeduren etabliert, welche den Zulieferern zeigen, wie Planung verbessert und damit übermäßige Überstunden vermieden werden können.

Monitoring und Verifizierung

Das Unternehmen ist Mitglied der Business-Monitoringinitiative GSCP. C&A konnte mit kohärenten Beispielen zeigen, dass Verstöße gegen den Verhaltenskodex mit einem Korrekturmaßnahmenplan angegangen werden. Das Unternehmen ist nicht in eine unabhängige Verifizierung durch einen Multi-Stakeholder-Ansatz involviert.