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Firmenprofil: Columbia

Unternehmensdaten

Portland
Vereinigte Staaten
1938
167 (Einzelhandelsgeschäfte)
Börsennotiertes Unternehmen (Nasdaq: COLM)
EUR 1,308 Mrd.
EUR 79,593 Mio.
Bangladesch, China, Volksrepublik, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Jordanien, Kambodscha, Korea, Republik, Nicaragua, Pakistan, Philippinen, Slowenien, Sri Lanka, Taiwan, Thailand, Uruguay, Vereinigte Staaten, Vietnam
Marken: Columbia Sportswear, Sorel, Mountain Hardwear, Montrail, Pacific Trail, OutDry Produkte: Bekleidung (72% des Umsatzes), Schuhe (7% des Umsatzes), Sonstiges (21% des Umsatzes)

Kommentar der CCK

Die nachfolgende Beurteilung der Unternehmenspolitik hinsichtlich Transparenz sowie der Implementierung und dem Monitoring von Arbeitsrechtsnormen basiert auf den Antworten des Unternehmens auf den Fragebogen der CCK und auf einer zusätzlichen Recherche, durchgeführt von der CCK.

 

Columbia Sportswear wurde 1938 gegründet und gehört heute zu den weltweit größten Produzenten von Outdoor-Bekleidung. Das Unternehmen verkauft seine Produkte in mehr als 100 Ländern. Columbia hat einen Verhaltenskodex aufgestellt, sowie ein Handbuch für seine Umsetzung und Überprüfung eingeführt. Der Verhaltenskodex bezieht sich auf die IAO-Konventionen und deckt Bereiche wie die Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen ab. Er ist für alle Produktionsstandorte verpflichtend.

Columbia gibt zwar an, über Korrekturmaßnahmen bei Verstößen gegen Arbeitsrechte zu verfügen, ist aber nicht dazu bereit, die spezifischen Maßnahmen offenzulegen.

Das Unternehmen hat bereits mehrere Erklärungen bezüglich ethischer Beschaffung abgegeben – so verzichtet Columbia auf Baumwolle aus Usbekistan, da dort die Gefahr von Kinderarbeit nach wie vor sehr hoch einzuschätzen ist.

Columbia ist ein sogenanntes „B-Mitglied“ bei der Multi-Stakeholder-Initiative Fair Labor Association (FLA) Damit verpflichtet sich das Unternehmen nur einen Teil ihrer Zulieferkette nach den Vorgaben der FLA überprüfen zu lassen.

Außerdem verpflichtet sich das Unternehmen lediglich zur Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns bzw. branchenüblichen Standards.

Für mehr Glaubwürdigkeit in seiner Unternehmenspolitik sollte sich Columbia als vollwertiges Mitglied in einer Multi-Stakeholder-Initiative engagieren, um damit die gesamte Zulieferkette in die Verifizierung einzubeziehen und an der strukturellen Umsetzung eines existenzsichernden Lohns zu arbeiten.

Transparenz

Columbia Sportswear hat den Fragebogen der CCK beantwortet und zusätzliche Dokumente mitgeliefert. Der Verhaltenskodex der Firma ist öffentlich zugänglich im Internet, in Verkaufsläden oder durch andere Informationskanäle. Die Firma liefert einige Information zur Struktur der Zulieferkette, der Produktionsländer und der Produktionsstätten. Es existiert kein Sozialbericht. Columbia Sportswear liefert Ergebnisse von Fabrikaudits und es existieren MSI Verifizierungs-Reports.

Verhaltenskodex

Das Unternehmen Columbia Sportswear hat einen Verhaltenskodex verabschiedet. Der Verhaltenskodex weist nicht darauf hin, dass dort, wo lokale und internationale Arbeitsstandards variieren, der höhere Standard gelten soll. Columbia Sportswear erklärt, dass die Firma für die Umsetzung des Verhaltenskodex in der gesamten Lieferkette (inkl. Unterlieferanten) verantwortlich ist. Der Verhaltenskodex beinhaltet Maßnahmen, um diesen in den Arbeitsstätten zu implementieren, und die Einhaltung zu überprüfen. Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu, grundlegende Arbeitsstandards zu respektieren, aber es verweist nicht explizit auf die einzelnen ILO Kernarbeitsnormen. Das Unternehmen verpflichtet sich nur dazu, den gesetzlichen Mindestlohn oder Standard-Industrielohn zu zahlen, d.h. keinen Existenzlohn. Es gibt keine Beschränkungen bezüglich der wöchentlichen Arbeitszeit. Der Verhaltenskodex verlangt eine sichere und hygienisch einwandfreie Arbeitsumgebung in den Zulieferfabriken. Das Unternehmen verlangt nicht explizit, dass alle ArbeiterInnen einen Arbeitsvertrag erhalten. Über die oben erwähnten Arbeitsstandards hinaus ist der Verhaltenskodex in einzelnen Punkten nicht hinreichend genau. Er enthält keine Verpflichtung im Hinblick auf*:

 - Bestimmungen über vorübergehende Maßnahmen im Interesse der Kinder und ihrer Familien, wenn Kinderarbeit vorgefunden wird 

- Sonderbestimmungen für ArbeiterInnen unter 18 Jahren (z.B. Ausbildung, keine Nachtarbeit) 

- spezifische Schritte, um vernünftige Arbeitsbedingungen in solchen Ländern zu fördern, in denen nationale Gesetze das Vereinigungsrecht und die Rechte zu Kollektivverhandlungen einschränken

 - das Verbot des Arbeitgebers, Kautionen einzufordern oder Personalausweise zurückzubehalten

 - die Garantie eines Existenzlohnes für einen regulären Arbeitstag ohne Überstunden

 

* Um mit den jüngsten Entwicklungen der international anerkannten Arbeitsrechtsnormen mitzuhalten (siehe Kodex unter: www.jo-in.org), müsste Columbia Sportswear den Firmenkodex bezüglich der folgenden Normen aktualisieren (und die folgenden ILO-Konventionen explizit anerkennen): 135,  1,  81,  122,  131,  154,  155,  159,  175, 177,  183, und die ILO Empfehlungen: 143,  35,  90, 111,  146,  164,  168,  184,  190 ).

Kodexumsetzung

Der Verhaltenskodex ist in alle Hauptsprachen der Länder übersetzt, aus denen das Unternehmen die Waren bezieht. Jeder Kaufvertrag legt die Verpflichtung des Zulieferers fest, den Kodex bei sich und seinen Unterlieferanten umzusetzen. Columbia Sportswear erklärt, dass in den Zulieferfabriken für einen Teil des Managements und der Belegschaft Trainings zu Arbeitsrechtsthemen organisiert oder gefördert werden. Entsprechend den vorliegenden Informationen beabsichtigt Columbia Sportswear nicht, die Zahlung eines Existenzlohns für alle ArbeiterInnen in der Zulieferkette zu implementieren. Entsprechend der gelieferten Information liegen einige der Produktionsstandorte in Ländern oder Zonen, in denen Vereinigungsfreiheit gesetzlich nicht garantiert wird. Columbia Sportswear berücksichtigt zu einem gewissen Grade, dass die eigene Beschaffungspolitik Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Das Unternehmen hat einige Prozeduren etabliert, welche den Zulieferern zeigen, wie Planung verbessert und damit übermäßige Überstunden vermieden werden können.

Monitoring und Verifizierung

Das Unternehmen ist nicht Mitglied einer Business-Monitoringinitiative. Es existieren einige Resultate der Monitoring Aktivitäten des Unternehmens. Columbia Sportswear reagiert auf Verstöße gegen den Verhaltenskodex mit einem Korrekturmaßnahmenplan. Das Unternehmen ist Mitglied der Multi-Stakeholder Verifizierungs-Initiative Fair Labor Association (FLA) – B Mitglied.