Firmen Check

[Druckansicht]

Firmenprofil: Erima

Unternehmensdaten

Pfullingen
Deutschland
1900
3.500
Wolfram Mannherz
N/A
N/A
Belgien, China, Volksrepublik, Deutschland, Indonesien, Myanmar (Burma), Pakistan, Polen, Thailand, Türkei
Produkte: Bekleidung (80% des Umsatzes), Taschen (5% des Umsatzes), Bälle, Schienbeinschoner, Torwarthandschuhe, Accessoires (15% des Umsatzes)

Kommentar der CCK

Die nachfolgende Beurteilung der Unternehmenspolitik hinsichtlich Transparenz sowie der Implementierung und dem Monitoring von Arbeitsrechtsnormen basiert auf den Antworten des Unternehmens auf den Fragebogen der CCK und auf einer zusätzlichen Recherche von Dokumenten, durchgeführt von der CCK.

Nachtrag Februar 2013: Erima hat nach Abschluss der Befragung die sozialen Leitlinien des Unternehmens online für die KonsumentInnen zugänglich gemacht unter http://www.erima.eu/de/node/14696. Da diese sozialen Standards am Stichdatum der Erhebung nicht vorlagen, wurden sie in der Firmenbewertung nicht mitberücksichtigt.

Das Unternehmen ERIMA mit Sitz in Deutschland ist neben Outdoor-Bekleidung spezialisiert auf Bekleidung für Teamsportarten wie Volleyball, Handball, Fußball etc. und ist Ausrüster des Österreichischen Olympischen Comités. So stattete ERIMA die österreichische Olympia Mannschaft 2012 in London mit Sport- und Trainingsbekleidung aus.

ERIMA hat sich hinsichtlich ihrer Monitoringaktivitäten transparent gezeigt und verschiedene Auditberichte der Clean Clothes Campaign übermittelt. Die unterschiedlichen Berichte zeigen jedoch, dass ERIMA noch keine systematische Überprüfung ihrer Zulieferbetriebe etablieren konnte. Ein effektives und transparentes Engagement im Bereich der Unternehmensverantwortung wäre der Beitritt von ERIMA zu einer glaubwürdigen Verifizierungsinitiative, die die Zahlung eines existenzsichernden Lohns vorsieht.

Transparenz

ERIMA hat den Fragebogen der CCK beantwortet und zusätzliche Dokumente mitgeliefert. Der Verhaltenskodex der Firma ist nicht öffentlich zugänglich im Internet, in Verkaufsläden oder durch andere Informationskanäle. Die Firma liefert einige Information zur Struktur der Zulieferkette, der Produktionsländer und der Produktionsstätten. Es existiert kein Sozialbericht. ERIMA liefert Ergebnisse von Fabrikaudits, aber es existieren keine Reports mit Ergebnissen einer MSI-Verifizierung.

Verhaltenskodex

ERIMA bekennt sich in keinem öffentlichen Dokument zur Einhaltung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und der lokalen Arbeitsgesetze. Das Unternehmen verpflichtet sich öffentlich weder dazu, Löhne entsprechend eines Existenzlohns noch entsprechend eines gesetzlichen Mindestlohns zu zahlen. Entsprechend den gegebenen Informationen gibt die Firma keine Beschränkungen bezüglich der wöchentlichen Arbeitszeit vor und setzt keine sichere und hygienische Arbeitsumgebung in den Produktionsstätten voraus. Das Unternehmen verlangt nicht explizit, dass alle ArbeiterInnen einen Arbeitsvertrag erhalten.*

* Um mit den jüngsten Entwicklungen der international anerkannten Arbeitsrechtsnormen mitzuhalten (siehe Kodex unter: www.jo-in.org), müsste ERIMA den Firmenkodex bezüglich der folgenden Normen aktualisieren (und die folgenden ILO-Konventionen explizit anerkennen): 138,  182,  87,  98,  135,  100, 111,  29,  105,  1, 81,  122,  131,  154,  155,  159,  175,  177,  183, und die ILO Empfehlungen: 143,  35,  90, 111,  146,  164,  168,  184,  190 ).

Kodexumsetzung

Es ist nicht bekannt, ob der Kaufvertrag mit dem Zulieferer festlegt, dass der Kodex bei ihm und all seinen Unterlieferanten umgesetzt werden muss. Es gibt keine glaubwürdigen Beweise dafür, dass das Unternehmen ERIMA Trainings zu Arbeitsrechtsfragen organisiert oder fördert. Entsprechend den vorliegenden Informationen beabsichtigt ERIMA nicht, die Zahlung eines Existenzlohns für alle ArbeiterInnen in der Zulieferkette zu implementieren. ERIMA hat nicht gezeigt, dass es sich der Tatsache bewusst ist, dass ein Teil der Produktionsstandorte in Ländern oder Zonen liegt, in denen Vereinigungsfreiheit gesetzlich nicht garantiert wird. Wir befürchten, dass es dem Unternehmen nicht gelingt, die negativen Auswirkungen seiner eigenen Beschaffungspolitik auf Arbeitsbedingungen genügend umfassend zu berücksichtigen. Entsprechend der vorliegenden Informationen existieren keine Vorschriften, um den Einkäufern positive Anreize zu geben, damit sie bessere Arbeitsbedingungen in den Fabriken berücksichtigen und Aufträge bevorzugt an diese Produktionsstätten geben.

Monitoring und Verifizierung

Das Unternehmen ist nicht Mitglied einer Business-Monitoringinitiative. Es existieren einige Resultate der Monitoring Aktivitäten des Unternehmens. ERIMA lieferte keine Informationen darüber, mit welchen korrektiven Schritten Arbeitsrechtsverletzungen behoben werden. Das Unternehmen ist nicht in eine unabhängige Verifizierung durch einen Multi-Stakeholder-Ansatz involviert.