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Firmenprofil: Fjällräven

Unternehmensdaten

Örnskölsvik
Schweden
1960
1.900
Börsennotiertes Unternehmen
EUR 178,2 Mio. (SEK 1.531,9 m)
EUR 19,5 Mio. (SEK 167,3 m)
China, Volksrepublik, Indien, Litauen, Polen, Portugal, Schweden, Sri Lanka, Taiwan, Vietnam
Marken: Fjällräven, Brunton, Hanwag, Tierra, Primus Produkte: Bekleidung (85% des Umsatzes), Taschen (9% des Umsatzes), Schlafsäcke (1% des Umsatzes), Sonstiges (5% des Umsatzes)

Kommentar der CCK

Die nachfolgende Beurteilung der Unternehmenspolitik hinsichtlich Transparenz sowie der Implementierung und dem Monitoring von Arbeitsrechtsnormen basiert auf den Antworten des Unternehmens auf den Fragebogen der CCK und auf einer zusätzlichen Recherche von Dokumenten, durchgeführt von der CCK.

Fjällräven gehört zu dem schwedischen Unternehmen Fenix Outdoor. Neben Fjällräven besitzt das Unternehmen die Marken Brunton, Hangwag, Tierra und Primus. Im Jahr 2011 hat das Unternehmen begonnen, Schritte zu setzen um transparenter zu werden und einen systematischen Ansatz für die Themen Soziales und Umwelt zu erarbeiten. Diese Bemühungen wurden sichtbar durch die Einsetzung eines „Chief Sustainability Offices“ und die Adaption der Nachhaltigkeitsrichtlinien von Fenix Outdoor „Fenix Way“. Die überarbeitete Version von „Fenix Way“ wurde jedoch erst nach dem Start der Firmenbefragung im April 2012 veröffentlicht. Dadurch konnten die Adaptionen in dieser Erhebung nicht bewertet werden. Aber weitere Verbesserungen der Standards können in den nächsten Jahren von Fjällräven erwartet werden. Eine zusätzlich positive Tendenz zeigt sich im Bereich der Überprüfung. Das Unternehmen plant für 2013 eine Kooperation mit der Multi-Stakeholder-Initiative Fair Labor Organisation (FLA). Kritisch zu beurteilen bleibt, dass Fjällräven sich nicht das Ziel gesetzt hat an der Implementierung von einem existenzsichernden Lohn zu arbeiten, eine Kernforderung der Clean Clothes Campaign. 

Transparenz

Fjällräven hat den Fragebogen der CCK beantwortet und detaillierte zusätzliche Informationen und Dokumente mitgeliefert. Der Verhaltenskodex der Firma ist öffentlich zugänglich im Internet, in Verkaufsläden oder durch andere Informationskanäle. Die Firma liefert einige Information zur Struktur der Zulieferkette, der Produktionsländer und der Produktionsstätten. Ein Sozialbericht ist öffentlich zugänglich. Fjällräven liefert Ergebnisse von Fabrikaudits, aber es existieren keine Reports mit Ergebnissen einer MSI-Verifizierung.

Verhaltenskodex

Das Unternehmen Fjällräven hat einen Verhaltenskodex verabschiedet. Der Verhaltenskodex weist nicht darauf hin, dass dort, wo lokale und internationale Arbeitsstandards variieren, der höhere Standard gelten soll. Fjällräven erklärt, dass die Firma für die Umsetzung des Verhaltenskodex in der gesamten Lieferkette (inkl. Unterlieferanten) verantwortlich ist. Der Kodex beinhaltet aber keine Maßnahmen, um diesen in den Arbeitsstätten zu implementieren, und die Einhaltung zu überprüfen. Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu, grundlegende Arbeitsstandards zu respektieren, aber es verweist nicht explizit auf die einzelnen ILO Kernarbeitsnormen. Das Unternehmen verpflichtet sich nur dazu, den gesetzlichen Mindestlohn oder Standard-Industrielohn zu zahlen, d.h. keinen Existenzlohn. Der Verhaltenskodex der Firma beschränkt die wöchentliche Arbeitszeit nicht explizit auf 60 Stunden (48 Stunden plus 12 Stunden Überzeit) aber es ist vereinbart, dass Überstunden nur gelegentlich anfallen dürfen. Der Verhaltenskodex verlangt eine sichere und hygienisch einwandfreie Arbeitsumgebung in den Zulieferfabriken. Das Unternehmen verlangt explizit, dass alle ArbeiterInnen einen Arbeitsvertrag erhalten. Über die oben erwähnten Arbeitsstandards hinaus ist der Verhaltenskodex in einzelnen Punkten nicht hinreichend genau. Er enthält keine Verpflichtung im Hinblick auf*

- spezifische Schritte, um vernünftige Arbeitsbedingungen in solchen Ländern zu fördern, in denen nationale Gesetze das Vereinigungsrecht und die Rechte zu Kollektivverhandlungen einschränken 

- Bezahlung von Überstunden zum erhöhten Stundenansatz 

- die Garantie eines Existenzlohnes für einen regulären Arbeitstag ohne Überstunden 

- den expliziten Hinweis auf die ILO-Kernkonvention 182 gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit

* Um mit den jüngsten Entwicklungen der international anerkannten Arbeitsrechtsnormen mitzuhalten (siehe Kodex unter: www.jo-in.org), müsste Fjällräven den Firmenkodex bezüglich der folgenden Normen aktualisieren (und die folgenden ILO-Konventionen explizit anerkennen): 182,  87,  98,  135,  100, 111,  29,  105,  1,  81, 122,  131,  154,  155,  159,  175,  177,  183, und die ILO Empfehlungen: 143,  35,  90, 111,  146,  164,  168,  184,  190 ).

Kodexumsetzung

Der Verhaltenskodex ist in einige Sprachen der Länder übersetzt, aus denen das Unternehmen die Waren bezieht. Jeder Kaufvertrag legt die Verpflichtung des Zulieferers fest, den Kodex bei sich und seinen Unterlieferanten umzusetzen.  Es gibt keine glaubwürdigen Beweise dafür, dass das Unternehmen Fjällräven Trainings zu Arbeitsrechtsfragen organisiert oder fördert. Entsprechend den vorliegenden Informationen beabsichtigt Fjällräven nicht, die Zahlung eines Existenzlohns für alle ArbeiterInnen in der Zulieferkette zu implementieren. Entsprechend der gelieferten Information liegen einige der Produktionsstandorte in Ländern oder Zonen, in denen Vereinigungsfreiheit gesetzlich nicht garantiert wird. Dem Unternehmen gelingt es nicht, die negativen Auswirkungen seiner eigenen Beschaffungspolitik auf Arbeitsbedingungen genügend umfassend zu berücksichtigen.

Monitoring und Verifizierung

Das Unternehmen ist nicht Mitglied einer Business-Monitoringinitiative. Es existieren einige Resultate der Monitoring Aktivitäten des Unternehmens. Fjällräven reagiert auf Verstöße gegen den Verhaltenskodex mit einem Korrekturmaßnahmenplan. Das Unternehmen ist nicht in eine unabhängige Verifizierung durch einen Multi-Stakeholder-Ansatz involviert.