Firmen Check

[Druckansicht]

Firmenprofil: H&M

Unternehmensdaten

Stockholm
Schweden
1947
in Europa 1677; weltweit 1988 in 35 Ländern
Stefan Persson (Sohn vom H&M-Gründer Erlin Persson)
ca. 13 Mrd. Euro (118,697 Mrd. SEK)
nicht bekannt
Ägypten, Bangladesch, Bulgarien, China, Volksrepublik, Frankreich, Griechenland, Indien, Indonesien, Italien, Kambodscha, Korea, Republik, Lettland, Litauen, Marokko, Mauritius, Pakistan, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Sri Lanka, Thailand, Tschechische Republik, Tunesien, Türkei, Ukraine, Vietnam
H&M besitzt folgende Marken: menswear H&M womenswear, L.O.G.G., Big is Beautiful (BB), Mama, Divided H&M hält Anteile an folgenden Marken: Fabric Scandinavian (Besitzer von Weekday und Monki)

Kommentar der CCK

Im September 2010 hat H&M zusammen mit Levis angekündet, dass die Firma ab 2011 bei der Herstellung und Behandlung von Jeans gänzlich auf Sandstrahlen verzichten will.

Die folgende Evaluation der Unternehmensverantwortung basiert auf früheren Kontakten mit dem Unternehmen und einer Recherche von Dokumenten durch die CCK.

Neuste Entwicklung seit der Veröffentlichung der Firmenporträts:

Aktuelle Informationen zu den Aktivitäten von H&M für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben finden Sie in den „Independant external monitoring reports“ der Fair Labor Association, die die Einhaltung der Sozialstandards in stichprobehaft ausgewählten Fabriken untersucht.

Indipendent External Monitoring Report, Turkey June 2010

Indipendent External Monitoring Report, Turkey April 2010

Indipendent External Monitoring Report, Turkey December 2009

sowie im Nachhaltigkeitsbericht 2010 der Firma

Transparenz

Der Verhaltenskodex der Firma ist öffentlich zugänglich im Internet, in Verkaufsläden oder durch andere Informationskanäle. Die Firma liefert nicht sehr umfassende Informationen zu den Produktionsländern und der Struktur der Lieferkette. Ein Sozialbericht ist öffentlich zugänglich. Dieser entspricht internationalen Berichtsstandards (GRI) und beinhaltet einen Bericht der Stakeholder. H&M liefert Ergebnisse von Fabrikaudits und es existieren MSI Verifizierungs-Reporte.

Verhaltenskodex

Das Unternehmen H&M hat einen Verhaltenskodex verabschiedet. Der Verhaltenskodex weist nicht darauf hin, dass dort, wo lokale und internationale Arbeitsstandards variieren, der höhere Standard gelten soll. H&M erklärt, dass die Firma für die Umsetzung des Verhaltenskodex in der gesamten Lieferkette (inkl. Unterlieferanten) verantwortlich ist. Der Verhaltenskodex beinhaltet Maßnahmen, um diesen in den Arbeitsstätten zu implementieren, und die Einhaltung zu überprüfen. Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu grundlegende Arbeitsstandards – entsprechend den ILO Kernkonventionen – in der gesamten Lieferkette zu respektieren. Das Unternehmen verpflichtet sich nur dazu, den gesetzlichen Mindestlohn oder Standard-Industrielohn zu zahlen, d.h. keinen Existenzlohn. Der Verhaltenskodex der Firma beschränkt die wöchentliche Arbeitszeit auf 60 Stunden (48 Stunden plus 12 Stunden Überzeit) aber es ist nicht vereinbart, dass Überstunden nur gelegentlich anfallen dürfen. Der Verhaltenskodex verlangt eine sichere und hygienisch einwandfreie Arbeitsumgebung in den Zulieferfabriken. Das Unternehmen verlangt explizit, dass alle ArbeiterInnen einen Arbeitsvertrag erhalten. Über die oben erwähnten Arbeitsstandards hinaus ist der Verhaltenskodex in einzelnen Punkten nicht hinreichend genau. Er enthält keine Verpflichtung im Hinblick auf*:

  • die Garantie eines Existenzlohnes für einen regulären Arbeitstag ohne Überstunden

* Um mit den jüngsten Entwicklungen der international anerkannten Arbeitsrechtsnormen mitzuhalten (siehe Kodex unter: www.jo-in.org), müsste H&M den Firmenkodex bezüglich der folgenden Normen aktualisieren (und die folgenden ILO-Konventionen explizit anerkennen): 1, 81, 122, 131, 154, 155, 159, 175, 177, 183 und die ILO-Empfehlungen 143, 35, 90, 111, 146, 164, 168, 184, 190.

Kodexumsetzung

Der Verhaltenskodex ist in alle Hauptsprachen der Länder übersetzt, aus denen das Unternehmen die Waren bezieht. Jeder Kaufvertrag legt die Verpflichtung des Zulieferers fest, den Kodex bei sich und seinen Unterlieferanten umzusetzen. H&M erklärt, dass in den Zulieferfabriken für einen Teil des Managements und der Belegschaft Trainings zu Arbeitsrechtsthemen organisiert oder gefördert werden. Entsprechend den vorliegenden Informationen beabsichtigt H&M nicht, die Zahlung eines Existenzlohns für alle ArbeiterInnen in der Zulieferkette zu implementieren. Entsprechend der gelieferten Information liegen einige der Produktionsstandorte in Ländern oder Zonen, in denen Vereinigungsfreiheit gesetzlich nicht garantiert wird. Dem Unternehmen gelingt es nicht, die negativen Auswirkungen seiner eigenen Beschaffungspolitik auf Arbeitsbedingungen genügend umfassend zu berücksichtigen.

Monitoring und Verifizierung

H&M konnte nicht beispielhaft zeigen, wie identifizierte Verstöße gegen Arbeitsrechte nachverfolgt und behoben werden. Das Unternehmen ist Mitglied der Multi-Stakeholder Verifizierungs-Initiative Fair Labor Association (FLA).