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Firmenprofil: Jack Wolfskin

Unternehmensdaten

Idstein
Deutschland
1981
ca. 4.000 (Europa)
Blackstone Group
EUR 355 Mio.
N/A
Bangladesch, Bulgarien, China, Volksrepublik, Indien, Indonesien, Italien, Kambodscha, Kongo, Republik, Rumänien, Slowenien
Marken: Jack Wolfskin Produkte: Bekleidung, Schuhe, Equipment

Kommentar der CCK

Die nachfolgende Beurteilung der Unternehmenspolitik hinsichtlich Transparenz sowie der Implementierung und dem Monitoring von Arbeitsrechtsnormen basiert auf den Antworten des Unternehmens auf den Fragebogen der CCK und auf einer zusätzlichen Recherche, durchgeführt von der CCK.

Jack Wolfskin entstand 1981 als Eigenmarke der Firma Sine in Frankfurt am Main. Das Angebot von Jack Wolfskin umfasst zum größten Teil Kleidung sowie Schuhe für den Outdoor-Bedarf und Outdoor-Equipment wie Zelte, Taschen, Rucksäcke und Schlafsäcke. Jack Wolfskin vertreibt diese Produkte gegenwärtig europaweit und in Asien.

Jack Wolfskin wurde Mitte 2010 Mitglied der Multi-Stakeholder-Initiative Fair Wear Foundation (FWF). Mit der Mitgliedschaft ging das Unternehmen eine umfassende Verpflichtung zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten ein. Diese beinhaltet eine Verifizierung in den Fabriken vor Ort unter Einbezug von lokalen NGOs und Gewerkschaften, wie auch eine regelmäßige Bewertung der Managementprozesse in der Markenfirma selbst.

Neben dem Sozialbericht von 2011 findet sich ein sogenannter Brand Performance Check von 2012 auf der Webseite der FWF. Die FWF bescheinigt Jack Wolfskin, dass das Unternehmen die Management-Anforderungen der FWF erfüllt und bei vielen noch darüber hinaus geht.

Es wird eine hohe Transparenz über Fortschritte und Herausforderungen in der Verbesserung der Arbeitsbedingungen gewährleistet. Bei der Verifizierung wird der konkrete Umsetzungsfortschritt in den Fabriken gemessen und überprüft, ob die von der Mitgliederfirma und der Fabrik getroffenen Maßnahmen auch tatsächlich zu Verbesserungen führen. Jack Wolfskin übernimmt damit einen wichtigen Teil der Verantwortung bei der Umsetzung der Richtlinien und schiebt diese nicht einfach an den Lieferanten ab. Hervorzuheben ist zudem, dass sich die Firma zur Bezahlung von existenzsichernden Löhnen verpflichtet. Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass den ArbeiterInnen ein menschenwürdiges Leben ermöglicht wird. Jack Wolfskin hat eine eigene Abteilung, die sich ausschließlich um das Lieferantenmonitoring kümmert.

Im Jahr 2011 hat Jack Wolfskin großes Engagement im Umgang mit Beschwerden von ArbeiterInnen gezeigt. Jack Wolfskin reagierte zeitnah auf die Klage indonesischer ArbeiterInnen. Noch bevor das System der Beschwerdeverfahren der FWF anlief, hatte das Unternehmen mit der Problemlösung begonnen.

Als positive Weiterentwicklung seit dem Ende der Befragung ist die Leitlinie für Kinderarbeit zu nennen (veröffentlicht im Oktober 2012). Sie präzisiert das Vorgehen, wenn Kinderarbeit in einem Zulieferbetrieb aufgedeckt wurde. Die von der Fair Wear Foundation erarbeitete Leitlinie ist für alle Mitgliedsunternehmen gültig, d.h. auch für Jack Wolfskin.

Transparenz

Jack Wolfskin hat den Fragebogen der CCK beantwortet und detaillierte zusätzliche Informationen und Dokumente mitgeliefert. Der Verhaltenskodex der Firma ist öffentlich zugänglich im Internet, in Verkaufsläden oder durch andere Informationskanäle. Jack Wolfskin gibt Informationen zur Struktur der Zulieferkette und den Produktionsländern an. Ein Sozialbericht ist öffentlich zugänglich. Jack Wolfskin liefert Ergebnisse von Fabrikaudits und es existieren MSI Verifizierungs-Reports.

Verhaltenskodex

Das Unternehmen Jack Wolfskin hat einen Verhaltenskodex verabschiedet. Der Verhaltenskodex weist darauf hin, dass dort, wo lokale und internationale Arbeitsstandards variieren, der höhere Standard gelten soll. Jack Wolfskin erklärt, dass die Firma für die Umsetzung des Verhaltenskodex in der gesamten Lieferkette (inkl. Unterlieferanten) verantwortlich ist. Der Verhaltenskodex beinhaltet Maßnahmen, um diesen in den Arbeitsstätten zu implementieren, und die Einhaltung zu überprüfen. Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu grundlegende Arbeitsstandards – entsprechend den ILO Kernkonventionen – in der gesamten Lieferkette zu respektieren. Das Unternehmen verpflichtet sich dazu, dem Recht der ArbeiterInnen auf einen Existenzlohn nachzukommen (d.h. ein Lohn der bei einer Regelarbeitszeit den Grundbedarf der ArbeiterInnen und ihrer Familie deckt und zusätzlich frei verfügbares Einkommen übrig lässt). Der Verhaltenskodex der Firma beschränkt die wöchentliche Arbeitszeit auf 60 Stunden (48 Stunden plus 12 Stunden Überzeit). Es ist vereinbart, dass Überstunden nur gelegentlich geleistet und mit dem üblichen Zuschlag abgegolten werden müssen. Der Verhaltenskodex verlangt eine sichere und hygienisch einwandfreie Arbeitsumgebung in den Zulieferfabriken. Das Unternehmen verlangt explizit, dass alle ArbeiterInnen einen Arbeitsvertrag erhalten. Über die oben erwähnten Arbeitsstandards hinaus ist der Verhaltenskodex in einzelnen Punkten nicht hinreichend genau. Er enthält keine Verpflichtung im Hinblick auf*:

- Bestimmungen über vorübergehende Maßnahmen im Interesse der Kinder und ihrer Familien, wenn Kinderarbeit vorgefunden wird

* Um mit den jüngsten Entwicklungen der international anerkannten Arbeitsrechtsnormen mitzuhalten (siehe Kodex unter: www.jo-in.org), müsste Jack Wolfskin den Firmenkodex bezüglich der folgenden Normen aktualisieren (und die folgenden ILO-Konventionen explizit anerkennen): 81,  122,  175,  177,  und die ILO Empfehlungen: 35,  168,  184,  190 ).

Kodexumsetzung

Der Verhaltenskodex ist in alle Hauptsprachen der Länder übersetzt, aus denen das Unternehmen die Waren bezieht. Jeder Kaufvertrag legt die Verpflichtung des Zulieferers fest, den Kodex bei sich und seinen Unterlieferanten umzusetzen.  Jack Wolfskin erklärt, dass in den Zulieferfabriken für einen Teil des Managements und der Belegschaft Trainings zu Arbeitsrechtsthemen organisiert oder gefördert werden.  Jack Wolfskin verpflichtet sich zur Zahlung eines Existenzlohns in allen Produktionsstätten und hat eine glaubwürdige Methode entwickelt, wie ein Existenzlohn an jedem Produktionsstandort aussieht.  Entsprechend der gelieferten Information liegen einige der Produktionsstandorte in Ländern oder Zonen, in denen Vereinigungsfreiheit gesetzlich nicht garantiert wird. Jack Wolfskin berücksichtigt zu einem gewissen Grade, dass die eigene Beschaffungspolitik Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Das Unternehmen hat einige Prozeduren etabliert, welche den Zulieferern zeigen, wie Planung verbessert und damit übermäßige Überstunden vermieden werden können.

Monitoring und Verifizierung

Jack Wolfskin reagiert auf Verstöße gegen den Verhaltenskodex mit einem Korrekturmaßnahmenplan. Das Unternehmen ist Mitglied der Multi-Stakeholder Verifizierungs-Initiative Fair Wear Foundation (FWF). Der Monitoring- und/oder Verifizierungsprozess beinhaltet die Konsultation lokaler zivilgesellschaftlicher Stakeholder.