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Firmenprofil: Levi Strauss & Co

Unternehmensdaten

San Francisco, Kalifornien
Vereinigte Staaten
1873
55000 Verkaufsstellen in 110 Ländern weltweit
Angehörige und Verwandte der Familie Levi Strauss
4.1 Mrd. USD
151,88 Mio. USD
Ägypten, Argentinien, Bangladesch, Brasilien, Bulgarien, China, Volksrepublik, Costa Rica, Dominikanische Republik, El Salvador, Griechenland, Guatemala, Haiti, Hongkong, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kambodscha, Kanada, Kolumbien, Korea, Republik, Lesotho, Madagaskar, Malaysia, Marokko, Mauritius, Mexiko, Nicaragua, Pakistan, Peru, Philippinen, Polen, Portugal, Rumänien, Schweiz, Sri Lanka, Südafrika, Taiwan, Thailand, Tunesien, Türkei, Turkmenistan, Uruguay, Vereinigte Staaten, Vietnam
Produktpalette: Hauptsächlich Hosen/Jeans. Die Firma ist im Besitz folgender Marken: Levi’s, Dockers, Signature by Levi Strauss & Co

Kommentar der CCK

Levi Strauss & Co war die erste Bekleidungsfirma weltweit, die einen eigenen schriftlichen Verhaltenskodex für die Zulieferkette erstellt hat. Die Implementierung und Kontrolle des Levis Standards wird durch ein eigenes Handbuch unterstützt. Dieses Engagement zeigt die Bereitschaft von Levis, Pionierarbeit für die Implementierung von Arbeitsrechtsstandards in der Zulieferkette zu leisten. Doch diese Bemühungen haben Arbeitsrechtsverletzungen nicht behoben, wie aus mehreren Fallbeispielen hervorgeht. In den Neunzigerjahren hat Levis die Firma stark umstrukturiert und eigene Fabriken in Europa und den USA geschlossen. 1999 wurde Levis Mitglied der Ethical Trading Initiative ETI. 2005 gehört Levis zu den ersten Firmen, die die Liste ihrer Zulieferbetriebe veröffentlichen. 2007 wurde die Mitgliedschaft in der ETI beendet, weil sich Levis nicht dem Recht nach einem Existenzlohn verpflichten wollte. Die CCK ist der Ansicht, dass Multistakeholder-Initiativen der beste Platz sind, um auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die Bezahlung eines Existenzlohne hinzuarbeiten. Es ist daher bedauerlich, dass sich Levis nicht mehr an diesem Prozess beteiligt. Levis informiert zwar ausführlich über die Firmenpolitik und die Monitoringprozesse, gibt jedoch keine Auskunft zu den Resultaten auf Fabrikebene. Zwischen 1999 und 2009 war Levis in 6 Urgent Actions der CCK involviert, die meisten betrafen die Verletzung von Gewerkschaftsrechten, einige auch Fabrikschließungen. Im September 2010 hat Levis zusammen mit H&M angekündet, dass die Firma ab 2011 bei der Herstellung und Behandlung von Jeans gänzlich auf Sandstrahlen verzichten will.

Die nachfolgende Beurteilung der Unternehmenspolitik hinsichtlich Transparenz sowie der Implementierung und dem Monitoring von Arbeitsrechtsnormen basiert auf den Antworten des Unternehmens auf den Fragebogen der CCK und auf einer zusätzlichen Recherche von Dokumenten, durchgeführt von der CCK.

Transparenz

Levi Strauss & Co hat den Fragebogen der CCK beantwortet und einige zusätzliche Dokumente mitgeliefert. Der Verhaltenskodex der Firma ist öffentlich zugänglich im Internet, in Verkaufsläden oder durch andere Informationskanäle. Die Firma liefert einige Information zur Struktur der Zulieferkette, der Produktionsländer und der Produktionsstätten. Es existiert kein Sozialbericht. Levi Strauss & Co liefert keine Ergebnisse von Fabrikaudits und es existieren auch keine Reporte mit Ergebnissen einer MSI-Verifizierung.

Verhaltenskodex

Das Unternehmen Levi Strauss & Co hat einen Verhaltenskodex verabschiedet. Der Verhaltenskodex weist darauf hin, dass dort, wo lokale und internationale Arbeitsstandards variieren, der höhere Standard gelten soll. Levi Strauss & Co erklärt, dass die Firma für die Umsetzung des Verhaltenskodex in der gesamten Lieferkette (inkl. Unterlieferanten) verantwortlich ist. Der Verhaltenskodex beinhaltet Maßnahmen, um diesen in den Arbeitsstätten zu implementieren, und die Einhaltung zu überprüfen. Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu, grundlegende Arbeitsstandards zu respektieren, aber es verweist nicht explizit auf die einzelnen ILO Kernarbeitsnormen. Das Unternehmen verpflichtet sich nur dazu, den gesetzlichen Mindestlohn oder Standard-Industrielohn zu zahlen, d.h. keinen Existenzlohn. Der Verhaltenskodex der Firma beschränkt die wöchentliche Arbeitszeit auf 60 Stunden (48 Stunden plus 12 Stunden Überzeit) aber es ist nicht vereinbart, dass Überstunden nur gelegentlich anfallen dürfen. Der Verhaltenskodex verlangt eine sichere und hygienisch einwandfreie Arbeitsumgebung in den Zulieferfabriken. Das Unternehmen verlangt explizit, dass alle ArbeiterInnen einen Arbeitsvertrag erhalten. Über die oben erwähnten Arbeitsstandards hinaus ist der Verhaltenskodex in einzelnen Punkten nicht hinreichend genau. Er enthält keine Verpflichtung im Hinblick auf*:

  • die Garantie eines Existenzlohnes für einen regulären Arbeitstag ohne Überstunden
  • den expliziten Hinweis auf die ILO-Kernkonvention 182 gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit

*Um mit den jüngsten Entwicklungen der international anerkannten Arbeitsrechtsnormen mitzuhalten (siehe Kodex unter: www.jo-in.org), müsste Levi Strauss & Co den Firmenkodex bezüglich der folgenden Normen aktualisieren (und die folgenden ILO-Konventionen explizit anerkennen): 182, 135, 1, 81, 122, 131, 155, 159, 175, 177, 183 und die ILO-Empfehlungen 143, 35, 90, 111, 146, 164, 168, 184, 190.

Kodexumsetzung

Der Verhaltenskodex ist in die meisten Hauptsprachen der Länder übersetzt, aus denen das Unternehmen die Waren bezieht. Jeder Kaufvertrag legt die Verpflichtung des Zulieferers fest, den Kodex bei sich und seinen Unterlieferanten umzusetzen. Levi Strauss & Co organisiert oder fördert Trainings für das Management und die Belegschaften in seinen Zulieferfabriken zu allen Arbeitsrechtsthemen, inklusive Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen. Entsprechend den vorliegenden Informationen beabsichtigt Levi Strauss & Co nicht, die Zahlung eines Existenzlohns für alle ArbeiterInnen in der Zulieferkette zu implementieren. Entsprechend der gelieferten Information liegen einige der Produktionsstandorte in Ländern oder Zonen, in denen Vereinigungsfreiheit gesetzlich nicht garantiert wird. Levi Strauss & Co berücksichtigt zu einem gewissen Grade, dass die eigene Beschaffungspolitik Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Das Unternehmen hat einige Prozeduren etabliert, welche den Zulieferern zeigen, wie Planung verbessert und damit übermäßige Überstunden vermieden werden können. Es existieren keine Vorschriften, um den Einkäufern positive Anreize zu geben, damit sie bessere Arbeitsbedingungen in den Fabriken berücksichtigen und Aufträge bevorzugt an diese Produktionsstätten geben.

Monitoring und Verifizierung

Das Unternehmen ist nicht Mitglied einer Business-Monitoringinitiative. Die CCK hat keine Informationen über die Resultate der Monitoring Aktivitäten des Unternehmens. Levi Strauss & Co konnte mit kohärenten Beispielen zeigen, dass Verstöße gegen den Verhaltenskodex mit einem Korrekturmaßnahmenplan angegangen werden. Das Unternehmen ist nicht in eine unabhängige Verifizierung durch einen Multi-Stakeholder-Ansatz involviert.

Levi Strauss & Co
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