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Firmenprofil: Lowa

Unternehmensdaten

Jetzendorf
Deutschland
1923
N/A
Ruggero Zanatta, Werner Riethmann, Renzo Castellani
EUR 143 Mio.
N/A
Bosnien und Herzegowina, China, Volksrepublik, Deutschland, Italien, Kroatien, Portugal, Slowakei, Ungarn
Marken: Lowa Produkte: Schuhe

Kommentar der CCK

Die nachfolgende Beurteilung der Unternehmenspolitik hinsichtlich Transparenz sowie der Implementierung und dem Monitoring von Arbeitsrechtsnormen basiert auf den Antworten des Unternehmens auf den Fragebogen der CCK und auf einer zusätzlichen Recherche, durchgeführt von der CCK.

 

Die von Lorenz Wagner gegründete Firma LOWA Sportschuhe GmbH ist Herstellerin von Schuhen. Das Unternehmen produziert in einer firmeneigenen Fabrik und bezieht Produkte aus Europa und China.

Positiv zu vermerken ist, dass sich das Unternehmen an der Erhebung der CCC beteiligt und der CCC Informationen über CSR-Maßnahmen und die Liste der Zulieferfabriken zur Verfügung gestellt hat.

Lowa bekennt sich nicht ausdrücklich zu der Zahlung eines Existenzlohnes. Dies ist nur eine „Soll-Anforderung“, das Minimum ist der Mindestlohn. Es ist keine unabhängige Verifizierung der Arbeitsstandards in der Produktionskette durch eine Multi-Stakeholder-Initiative vorhanden.

Ein effektives und transparentes Engagement im Bereich der Unternehmensverantwortung wäre der Beitritt Lowas zu einer glaubwürdigen Multi-Stakeholder-Initiative, die die Zahlung eines existenzsichernden Lohns vorsieht.

Transparenz

Lowa hat den Fragebogen der CCK beantwortet und zusätzliche Dokumente mitgeliefert. Der Verhaltenskodex der Firma ist nicht öffentlich zugänglich im Internet, in Verkaufsläden oder durch andere Informationskanäle. Die Firma liefert einige Information zur Struktur der Zulieferkette, der Produktionsländer und der Produktionsstätten. Es existiert kein Sozialbericht. Lowa liefert keine Ergebnisse von Fabrikaudits und es existieren auch keine Reports mit Ergebnissen einer MSI-Verifizierung.

Verhaltenskodex

Das Unternehmen Lowa hat einen Verhaltenskodex verabschiedet. Der Verhaltenskodex weist nicht darauf hin, dass dort, wo lokale und internationale Arbeitsstandards variieren, der höhere Standard gelten soll. Lowa erklärt nicht, dass die Firma für die Umsetzung des Verhaltenskodex in der gesamten Lieferkette (inkl. Unterlieferanten) verantwortlich ist. Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu grundlegende Arbeitsstandards – entsprechend den ILO Kernkonventionen – in der gesamten Lieferkette zu respektieren. Das Unternehmen verpflichtet sich nur dazu, den gesetzlichen Mindestlohn oder Standard-Industrielohn zu zahlen, d.h. keinen Existenzlohn. Der Verhaltenskodex der Firma beschränkt die wöchentliche Arbeitszeit auf 60 Stunden (48 Stunden plus 12 Stunden Überzeit). Es ist vereinbart, dass Überstunden nur gelegentlich geleistet und mit dem üblichen Zuschlag abgegolten werden müssen. Der Verhaltenskodex verlangt eine sichere und hygienisch einwandfreie Arbeitsumgebung in den Zulieferfabriken. Das Unternehmen verlangt nicht explizit, dass alle ArbeiterInnen einen Arbeitsvertrag erhalten. Über die oben erwähnten Arbeitsstandards hinaus ist der Verhaltenskodex in einzelnen Punkten nicht hinreichend genau. Er enthält keine Verpflichtung im Hinblick auf*:

- Bestimmungen über vorübergehende Maßnahmen im Interesse der Kinder und ihrer Familien, wenn Kinderarbeit vorgefunden wird

 - das Verbot des Arbeitgebers, Kautionen einzufordern oder Personalausweise zurückzubehalten

 - die Garantie eines Existenzlohnes für einen regulären Arbeitstag ohne Überstunden

 - Verbot willkürlicher Strafen, insbesondere bei Krankheit oder Schwangerschaft

* Um mit den jüngsten Entwicklungen der international anerkannten Arbeitsrechtsnormen mitzuhalten (siehe Kodex unter: www.jo-in.org), müsste Lowa den Firmenkodex bezüglich der folgenden Normen aktualisieren (und die folgenden ILO-Konventionen explizit anerkennen): 81,  122,  175,  177,  183, und die ILO Empfehlungen: 35,  168,  184,  190 ).

Kodexumsetzung

Der Verhaltenskodex ist in die meisten Hauptsprachen der Länder übersetzt, aus denen das Unternehmen die Waren bezieht. Jeder Kaufvertrag legt die Verpflichtung des Zulieferers fest, den Kodex bei sich und seinen Unterlieferanten umzusetzen.  Lowa erklärt, dass in den Zulieferfabriken für einen Teil des Managements und der Belegschaft Trainings zu Arbeitsrechtsthemen organisiert oder gefördert werden. Entsprechend den vorliegenden Informationen beabsichtigt Lowa nicht, die Zahlung eines Existenzlohns für alle ArbeiterInnen in der Zulieferkette zu implementieren. Entsprechend der gelieferten Information liegen einige der Produktionsstandorte in Ländern oder Zonen, in denen Vereinigungsfreiheit gesetzlich nicht garantiert wird. Lowa berücksichtigt zu einem gewissen Grade, dass die eigene Beschaffungspolitik Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Das Unternehmen hat einige Prozeduren etabliert, welche den Zulieferern zeigen, wie Planung verbessert und damit übermäßige Überstunden vermieden werden können.

Monitoring und Verifizierung

Das Unternehmen ist nicht Mitglied einer Business-Monitoringinitiative. Die CCK hat keine Resultate der Monitoring Aktivitäten des Unternehmens. Lowa reagiert auf Verstöße gegen den Verhaltenskodex mit einem Korrekturmaßnahmenplan. Das Unternehmen ist nicht in eine unabhängige Verifizierung durch einen Multi-Stakeholder-Ansatz involviert.