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Firmenprofil: Mango

Unternehmensdaten

Barcelona
Spanien
1984
583 eigene Läden und 807 Franchise-Shops
Isak Andic Ermay (Haupteigentümer)
1,48 Mrd. Euro
148,016 Mio. Euro
Bangladesch, China, Volksrepublik, Indien, Indonesien, Marokko, Pakistan, Türkei, Vietnam
Mango besitzt folgende Marken: MANGO, MNG, HE

Kommentar der CCK

Mango veröffentlicht zwar die Liste seiner Zulieferer nicht, macht diese aber einmal jährlich gegenüber der Spanischen CCK sowie den wichtigsten spanischen Gewerkschaften zugänglich. Der CSR-Direktor von Mango trifft die Spanische CCK und die wichtigste spanischen Gewerkschaften alle sechs Monate und stellt die Ergebnisse der Fabrikaudits vor. Mango reagiert positiv und aktiv auf Urgent Actions der CCK. Die Spanische CCK hat Mango ermutigt, den Beitritt zu einer Multistakeholder-Initiative vorzubereiten.

Die nachfolgende Beurteilung der Unternehmenspolitik hinsichtlich Transparenz sowie der Implementierung und dem Monitoring von Arbeitsrechtsnormen basiert auf den Antworten des Unternehmens auf den Fragebogen der CCK und auf einer zusätzlichen Recherche von Dokumenten, durchgeführt von der CCK.

Transparenz

Mango hat den Fragebogen der CCK beantwortet und einige zusätzliche Dokumente mitgeliefert. Der Verhaltenskodex der Firma ist nicht öffentlich zugänglich im Internet, in Verkaufsläden oder durch andere Informationskanäle. Die Firma liefert nicht sehr umfassende Informationen zu den Produktionsländern und der Struktur der Lieferkette. Ein Sozialbericht ist öffentlich zugänglich. Dieser entspricht internationalen Berichtsstandards (GRI) und beinhaltet einen Bericht der Stakeholder. Mango liefert Ergebnisse von Fabrikaudits, aber es existieren keine Reporte mit Ergebnissen einer MSI-Verifizierung.

Verhaltenskodex

Das Unternehmen Mango hat einen Verhaltenskodex verabschiedet. Der Verhaltenskodex weist nicht darauf hin, dass dort, wo lokale und internationale Arbeitsstandards variieren, der höhere Standard gelten soll. Mango erklärt, dass die Firma für die Umsetzung des Verhaltenskodex in der gesamten Lieferkette (inkl. Unterlieferanten) verantwortlich ist. Der Verhaltenskodex beinhaltet Maßnahmen, um diesen in den Arbeitsstätten zu implementieren, und die Einhaltung zu überprüfen. Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu, grundlegende Arbeitsstandards zu respektieren, aber es verweist nicht explizit auf die einzelnen ILO Kernarbeitsnormen. Das Unternehmen verpflichtet sich nur dazu, den gesetzlichen Mindestlohn oder Standard-Industrielohn zu zahlen, d.h. keinen Existenzlohn. Es gibt keine Beschränkungen bezüglich der wöchentlichen Arbeitszeit. Der Verhaltenskodex verlangt eine sichere und hygienisch einwandfreie Arbeitsumgebung in den Zulieferfabriken. Das Unternehmen verlangt nicht explizit, dass alle ArbeiterInnen einen Arbeitsvertrag erhalten. Über die oben erwähnten Arbeitsstandards hinaus ist der Verhaltenskodex in einzelnen Punkten nicht hinreichend genau. Er enthält keine Verpflichtung im Hinblick auf*:

  • Bestimmungen über vorübergehende Maßnahmen im Interesse der Kinder und ihrer Familien, wenn Kinderarbeit vorgefunden wird
  • Sonderbestimmungen für ArbeiterInnen unter 18 Jahren (z.B. Ausbildung, keine Nachtarbeit)
  • die Garantie eines Existenzlohnes für einen regulären Arbeitstag ohne Überstunden
  • den expliziten Hinweis auf die ILO-Kernkonvention 182 gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit

*Um mit den jüngsten Entwicklungen der international anerkannten Arbeitsrechtsnormen mitzuhalten (siehe Kodex unter: www.jo-in.org), müsste Mango den Firmenkodex bezüglich der folgenden Normen aktualisieren (und die folgenden ILO-Konventionen explizit anerkennen): 138, 182, 87, 98, 135, 100, 111, 29, 105, 1, 81, 122, 131, 154, 155, 159, 175, 177, 183 und die ILO-Empfehlungen 143, 35, 90, 111, 146, 164, 168, 184, 190.

Kodexumsetzung

Der Verhaltenskodex ist in die meisten Hauptsprachen der Länder übersetzt, aus denen das Unternehmen die Waren bezieht. Jeder Kaufvertrag legt die Verpflichtung des Zulieferers fest, den Kodex bei sich und seinen Unterlieferanten umzusetzen. Es gibt keine glaubwürdigen Beweise dafür, dass das Unternehmen Mango Trainings zu Arbeitsrechtsfragen organisiert oder fördert. Entsprechend den vorliegenden Informationen beabsichtigt Mango nicht, die Zahlung eines Existenzlohns für alle ArbeiterInnen in der Zulieferkette zu implementieren. Mango hat nicht gezeigt, dass es sich der Tatsache bewusst ist, dass ein Teil der Produktionsstandorte in Ländern oder Zonen liegt, in denen Vereinigungsfreiheit gesetzlich nicht garantiert wird. Mango berücksichtigt zu einem gewissen Grade, dass die eigene Beschaffungspolitik Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Das Unternehmen hat einige Prozeduren etabliert, welche den Zulieferern zeigen, wie Planung verbessert und damit übermäßige Überstunden vermieden werden können. Es existieren keine Vorschriften, um den Einkäufern positive Anreize zu geben, damit sie bessere Arbeitsbedingungen in den Fabriken berücksichtigen und Aufträge bevorzugt an diese Produktionsstätten geben.

Monitoring und Verifizierung

Das Unternehmen ist nicht Mitglied einer Business-Monitoringinitiative. Es existieren einige Informationen über die Monitoring-Resultate des Unternehmens. Mango konnte nicht beispielhaft zeigen, wie identifizierte Verstöße gegen Arbeitsrechte nachverfolgt und behoben werden. Das Unternehmen ist nicht in eine unabhängige Verifizierung durch einen Multi-Stakeholder-Ansatz involviert.