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Firmenprofil: Marmot

Unternehmensdaten

Santa Rosa
Vereinigte Staaten
1974
ca. 800
Jarden Corporation 
N/A
N/A
Bangladesch, China, Volksrepublik, Costa Rica, Deutschland, El Salvador, Indien, Indonesien, Malaysia, Pakistan, Thailand, Vereinigte Staaten, Vietnam
Marken: Mammut Produkte: Bekleidung (68% des Umsatzes), Schuhe (11% des Umsatzes), Taschen (6% des Umsatzes), Schlafsäcke (3% des Umsatzes)

Kommentar der CCK

Die nachfolgende Beurteilung der Unternehmenspolitik hinsichtlich Transparenz sowie der Implementierung und dem Monitoring von Arbeitsrechtsnormen basiert auf den Antworten des Unternehmens auf den Fragebogen der CCK und auf einer zusätzlichen Recherche, durchgeführt von der CCK.

Marmot wurde 1974 von zwei Studenten der University of California Santa Cruz gegründet, die von einem Schulprojekt in Alaska inspiriert wurden. Heute werden die Produkte von Marmot in 60 Ländern verkauft.

Das Unternehmen hat einen Verhaltenskodex und ein Lieferantenhandbuch zur Umsetzung des Kodexes sowohl von Umwelt- als auch Sozialstandards herausgegeben. Dem Kodex fehlt die Verpflichtung zur Zahlung eines existenzsichernden Lohns. Er bezieht sich nur auf den gesetzlichen Mindestlohn oder auf den branchenüblichen Lohn. Weder der Verhaltenskodex noch das Zuliefererhandbuch enthält Regelungen betreffend des Rechts von ArbeiterInnen sich gewerkschaftlich zu organisieren und des Rechts auf Kollektivverhandlungen. Diese Rechte werden nur online im Abschnitt „Marmot Vendor Compliance Policy“ erwähnt. Das Unternehmen erklärt, dass es zur Umsetzung des Verhaltenskodex in Asien jährlich Trainingsbesuche für alle Fabriken finanziert, damit sie sich über vorbildliche Verfahren austauschen können. Das Unternehmen gibt an, im Jahr 2012 oder 2013 der Multi-Stakeholder-Initiative Fair Wear Foundation (FWF) beitreten zu wollen. Die Mitgliedschaft in der FWF würde ein effektives und transparentes Engagement im Bereich Unternehmensverantwortung und der Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Fabriken bedeuten.

Transparenz

Marmot Mountain Europe hat den Fragebogen der CCK im Auftrag von Marmot Mountain LLC beantwortet und zusätzliche Dokumente mitgeliefert. Der Verhaltenskodex der Firma ist öffentlich zugänglich im Internet, in Verkaufsläden oder durch andere Informationskanäle. Die Firma liefert einige Information zur Struktur der Zulieferkette, der Produktionsländer und der Produktionsstätten. Es existiert kein Sozialbericht. Marmot Mountain liefert Ergebnisse von Fabrikaudits, aber es existieren keine Reports mit Ergebnissen einer MSI-Verifizierung.

Verhaltenskodex

Das Unternehmen Marmot Mountain hat einen Verhaltenskodex verabschiedet. Der Verhaltenskodex weist nicht darauf hin, dass dort, wo lokale und internationale Arbeitsstandards variieren, der höhere Standard gelten soll. Marmot Mountain erklärt nicht, dass die Firma für die Umsetzung des Verhaltenskodex in der gesamten Lieferkette (inkl. Unterlieferanten) verantwortlich ist. Der Verhaltenskodex beinhaltet nicht alle Bestimmungen der ILO Kernarbeitsnormen und macht keinen expliziten Hinweis auf die ILO Kernarbeitsnormen. Das Unternehmen verpflichtet sich nur dazu, den gesetzlichen Mindestlohn oder Standard-Industrielohn zu zahlen, d.h. keinen Existenzlohn. Es gibt keine Beschränkungen bezüglich der wöchentlichen Arbeitszeit. Der Verhaltenskodex verlangt eine sichere und hygienisch einwandfreie Arbeitsumgebung in den Zulieferfabriken. Das Unternehmen verlangt explizit, dass alle ArbeiterInnen einen Arbeitsvertrag erhalten. Über die oben erwähnten Arbeitsstandards hinaus ist der Verhaltenskodex in einzelnen Punkten nicht hinreichend genau. Er enthält keine Verpflichtung im Hinblick auf*:

- Bestimmungen über vorübergehende Maßnahmen im Interesse der Kinder und ihrer Familien, wenn Kinderarbeit vorgefunden wird

 - die Garantie eines Existenzlohnes für einen regulären Arbeitstag ohne Überstunden

 - den expliziten Hinweis auf die ILO-Kernkonvention 182 gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit

* Um mit den jüngsten Entwicklungen der international anerkannten Arbeitsrechtsnormen mitzuhalten (siehe Kodex unter: www.jo-in.org), müsste Marmot Mountain den Firmenkodex bezüglich der folgenden Normen aktualisieren (und die folgenden ILO-Konventionen explizit anerkennen): 138,  182,  87,  98,  135,  100, 111,  29,  105, 1,  81,  122,  131,  154,  155,  159,  175,  177,  183, und die ILO Empfehlungen: 143,  35,  90, 111,  146,  164,  168,  184,  190 ).

Kodexumsetzung

Der Verhaltenskodex ist in einige Sprachen der Länder übersetzt, aus denen das Unternehmen die Waren bezieht. Jeder Kaufvertrag legt die Verpflichtung des Zulieferers fest, den Kodex bei sich und seinen Unterlieferanten umzusetzen.  Marmot Mountain erklärt, dass in den Zulieferfabriken für einen Teil des Managements und der Belegschaft Trainings zu Arbeitsrechtsthemen organisiert oder gefördert werden. Entsprechend den vorliegenden Informationen beabsichtigt Marmot nicht, die Zahlung eines Existenzlohns für alle ArbeiterInnen in der Zulieferkette zu implementieren. Marmot Mountain hat nicht gezeigt, dass es sich der Tatsache bewusst ist, dass ein Teil der Produktionsstandorte in Ländern oder Zonen liegt, in denen Vereinigungsfreiheit gesetzlich nicht garantiert wird. Dem Unternehmen gelingt es nicht, die negativen Auswirkungen seiner eigenen Beschaffungspolitik auf Arbeitsbedingungen genügend umfassend zu berücksichtigen. 

Monitoring und Verifizierung

Das Unternehmen ist nicht Mitglied einer Business-Monitoringinitiative. Die CCK hat keine Resultate der Monitoring Aktivitäten des Unternehmens. Marmot Mountain reagiert auf Verstöße gegen den Verhaltenskodex mit einem Korrekturmaßnahmenplan. Das Unternehmen ist nicht in eine unabhängige Verifizierung durch einen Multi-Stakeholder-Ansatz involviert.