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Firmenprofil: Northland

Unternehmensdaten

Graz
Österreich
1973
N/A
Url Sigrid, Pichler Arno
N/A
N/A
China, Volksrepublik, Indien, Italien, Portugal, Spanien, Türkei
Marken: NORTHLAND PROFESSIONAL Produkte: Outdoor Bekleidung, Schuhe, Campingausrüstung

Kommentar der CCK

Da NORTHLAND PROFESSIONAL nicht auf den Fragebogen der CCK geantwortet hat, basiert die folgende Evaluation der Unternehmensverantwortung ausschließlich auf frühere Kontakte mit dem Unternehmen und Recherchen durch die CCK:

Das Unternehmen NORTHLAND PROFESSIONAL mit Hauptsitz in Österreich gehört zu den wenigen Outdoor-Unternehmen, die den Fragebogen der Clean Clothes Campaign nicht beantwortet haben. NORTHLAND PROFESSIONAL hat lediglich ihren Verhaltenskodex der Clean Clothes Campaign übermittelt. Dieser ist auch für alle KonsumentInnen auf der Unternehmenswebsite einsehbar. Der Kodex weist einige Mängel auf. Dennoch verpflichtet sich das Unternehmen einen existenzsichernden Lohn and alle ArbeiterInnen in der Produktionskette zu zahlen. Unklar bleibt dabei, wie sichergestellt wird, dass die ArbeiterInnen diesen auch ausbezahlt bekommen. Nach den Angaben des Unternehmens werden die Produkte von NORTHLAND PROFESSIONAL zu 90% in Fabriken hergestellt, die SA 8000 zertifiziert sind. Auditberichte hat das Unternehmen jedoch nicht zur Verfügung gestellt. Seit der letzten Clean Clothes-Befragung 2010 hat das Unternehmen einen Verhaltskodex veröffentlicht. Der Empfehlung der Clean Clothes Campaign einer unabhängigen Monitoring- und Verifizierungsinitiative beizutreten, ist das Unternehmen nicht nachgekommen. 

Transparenz

NORTHLAND PROFESSIONAL hat den Fragebogen der CCK nicht beantwortet. Der Verhaltenskodex der Firma ist öffentlich zugänglich im Internet, in Verkaufsläden oder durch andere Informationskanäle. Die Firma liefert nicht sehr umfassende Informationen zu den Produktionsländern und der Struktur der Lieferkette. Es existiert kein Sozialbericht. NORTHLAND PROFESSIONAL liefert keine Ergebnisse von Fabrikaudits und es existieren auch keine Reports mit Ergebnissen einer MSI-Verifizierung.

Verhaltenskodex

 Das Unternehmen NORTHLAND PROFESSIONAL hat einen Verhaltenskodex verabschiedet. Der Verhaltenskodex weist nicht darauf hin, dass dort, wo lokale und internationale Arbeitsstandards variieren, der höhere Standard gelten soll. NORTHLAND PROFESSIONAL erklärt, dass die Firma für die Umsetzung des Verhaltenskodex in der gesamten Lieferkette (inkl. Unterlieferanten) verantwortlich ist. Der Kodex beinhaltet aber keine Maßnahmen, um diesen in den Arbeitsstätten zu implementieren, und die Einhaltung zu überprüfen. Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu, grundlegende Arbeitsstandards zu respektieren, aber es verweist nicht explizit auf die einzelnen ILO Kernarbeitsnormen. Das Unternehmen verpflichtet sich dazu, dem Recht der ArbeiterInnen auf einen Existenzlohn nachzukommen (d.h. ein Lohn der bei einer Regelarbeitszeit den Grundbedarf der ArbeiterInnen und ihrer Familie deckt und zusätzlich frei verfügbares Einkommen übrig lässt). Der Verhaltenskodex der Firma beschränkt die wöchentliche Arbeitszeit auf 60 Stunden (48 Stunden plus 12 Stunden Überzeit). Es ist vereinbart, dass Überstunden nur gelegentlich geleistet und mit dem üblichen Zuschlag abgegolten werden müssen. Der Verhaltenskodex verlangt eine sichere und hygienisch einwandfreie Arbeitsumgebung in den Zulieferfabriken. Das Unternehmen verlangt explizit, dass alle ArbeiterInnen einen Arbeitsvertrag erhalten. Über die oben erwähnten Arbeitsstandards hinaus ist der Verhaltenskodex in einzelnen Punkten nicht hinreichend genau. Er enthält keine Verpflichtung im Hinblick auf*:

- Bestimmungen über vorübergehende Maßnahmen im Interesse der Kinder und ihrer Familien, wenn Kinderarbeit vorgefunden wird

 - Sonderbestimmungen für ArbeiterInnen unter 18 Jahren (z.B. Ausbildung, keine Nachtarbeit)

 - spezifische Schritte, um vernünftige Arbeitsbedingungen in solchen Ländern zu fördern, in denen nationale Gesetze das Vereinigungsrecht und die Rechte zu Kollektivverhandlungen einschränken

 - das Verbot des Arbeitgebers, Kautionen einzufordern oder Personalausweise zurückzubehalten

 - Verbot willkürlicher Strafen, insbesondere bei Krankheit oder Schwangerschaft

 - den expliziten Hinweis auf die ILO-Kernkonvention 182 gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit

* Um mit den jüngsten Entwicklungen der international anerkannten Arbeitsrechtsnormen mitzuhalten (siehe Kodex unter: www.jo-in.org), müsste NORTHLAND PROFESSIONAL den Firmenkodex bezüglich der folgenden Normen aktualisieren (und die folgenden ILO-Konventionen explizit anerkennen): 182,  135,  1,  81,  122,  131,  154,  155,  159,  175,  177,  183, und die ILO Empfehlungen: 143,  35,  90, 111,  146,  164,  168,  184,  190 ).

Kodexumsetzung

Der Verhaltenskodex ist in alle Hauptsprachen der Länder übersetzt, aus denen das Unternehmen die Waren bezieht. Es ist nicht bekannt, ob der Kaufvertrag mit dem Zulieferer festlegt, dass der Kodex bei ihm und all seinen Unterlieferanten umgesetzt werden muss.  Es gibt keine glaubwürdigen Beweise dafür, dass das Unternehmen NORTHLAND PROFESSIONAL Trainings zu Arbeitsrechtsfragen organisiert oder fördert. NORTHLAND PROFESSIONAL verpflichtet sich zur Zahlung eines Existenzlohns in allen Produktionsstätten. Das Unternehmen hat jedoch keine glaubwürdige Methode dargelegt, wie diese Verpflichtung umgesetzt wird. NORTHLAND PROFESSIONAL hat nicht gezeigt, dass es sich der Tatsache bewusst ist, dass ein Teil der Produktionsstandorte in Ländern oder Zonen liegt, in denen Vereinigungsfreiheit gesetzlich nicht garantiert wird. NORTHLAND PROFESSIONAL berücksichtigt zu einem gewissen Grade, dass die eigene Beschaffungspolitik Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Das Unternehmen hat einige Prozeduren etabliert, welche den Zulieferern zeigen, wie Planung verbessert und damit übermäßige Überstunden vermieden werden können.

Monitoring und Verifizierung

Das Unternehmen ist nicht Mitglied einer Business-Monitoringinitiative. Die CCK hat keine Resultate der Monitoring Aktivitäten des Unternehmens. NORTHLAND PROFESSIONAL lieferte keine Informationen darüber, mit welchen korrektiven Schritten Arbeitsrechtsverletzungen behoben werden. Das Unternehmen ist nicht in eine unabhängige Verifizierung durch einen Multi-Stakeholder-Ansatz involviert.