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Firmenprofil: Patagonia

Unternehmensdaten

Ventura
Vereinigte Staaten
1973
N/A
Yvon und Malinda Chouinard
EUR 385,355 Mio. (USD 501 Mio.) (Mai 2011 bis April 2012)
N/A
Bangladesch, China, Volksrepublik, Costa Rica, El Salvador, Indien, Israel, Kolumbien, Korea, Republik, Mexiko, Nicaragua, Philippinen, Sri Lanka, Thailand, Türkei, Vereinigte Staaten, Vietnam
Marken: Patagonia, FCD Produkte: Bekleidung (90 % des Umsatzes), Schuhe (5 % des Umsatzes), Taschen (5 % des Umsatzes)

Kommentar der CCK

Die nachfolgende Beurteilung der Unternehmenspolitik hinsichtlich Transparenz sowie der Implementierung und dem Monitoring von Arbeitsrechtsnormen basiert auf den Antworten des Unternehmens auf den Fragebogen der CCK und auf einer zusätzlichen Recherche, durchgeführt von der CCK.

 

Patagonia ist ein in Kalifornien ansässiges Unternehmen, welches 1973 von Yves Chouinard gegründet wurde. Seit 1964 hatte Yves Chouinard Bergsteigerausrüstung verkauft und startete mit Einführung der Marke Patagonia eine Bekleidungslinie. Das Unternehmen stellt hauptsächlich Bekleidung (95%) und Taschen her.

Seit 1996 nutzt Patagonia ausschließlich Bio-Baumwolle. Patagonia stellte weitreichende Informationen zu den Arbeits- und Sozialstandards in der eigenen Zulieferkette zur Verfügung und machte die Liste der Zulieferbetriebe auch online einsehbar. Mit dem selbstentwickelten Online-Tool „Footprint chronicles“ (Fußabdruckaufzeichner) lassen sich die Spuren des erworbenen Produkts bis zum Lieferanten zurückverfolgen.

Im Herbst 2012 soll der überarbeitete Verhaltenskodex von Patagonia in Kraft treten. Das vorliegende Profil basiert auf dem alten Verhaltenskodex, der während der Befragung noch gültig war. Doch gibt es im neuen Kodex einige positive Veränderungen. Zum einen ist da die Annäherung an den existenzsichernden Lohn: „jedeR ArbeiterIn hat das Recht auf eine Vergütung der Normalarbeitszeit, die ausreicht für die Lebenshaltungskosten der ArbeiterIn und ihrer/seiner Familie und für ein frei verfügbares Einkommen.“ Zum anderen legt Patagonia verstärkt Wert auf die Begrenzung der Arbeitszeit und die Beschwerdemöglichkeiten, und die Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen werden ins Zentrum gerückt. 

Patagonia ist Teil zahlreicher Initiativen zur nachhaltigen Unternehmensverantwortung, u.a. FLA, Fair Factories Clearinghouse und Better Work Programme der IAO.

Transparenz

 Patagonia hat den Fragebogen der CCK beantwortet und zusätzliche Dokumente mitgeliefert. Der Verhaltenskodex der Firma ist öffentlich zugänglich im Internet, in Verkaufsläden oder durch andere Informationskanäle. Patagonia gibt Informationen zur Struktur der Zulieferkette, den Produktionsländern und den Produktionsstätten. Auf den Etiketten der Kleider wird das Produktionsland genannt. Es existiert kein Sozialbericht. Patagonia liefert Ergebnisse von Fabrikaudits und es existieren MSI Verifizierungs-Reports.

Verhaltenskodex

 Das Unternehmen Patagonia hat einen Verhaltenskodex verabschiedet. Der Verhaltenskodex weist nicht darauf hin, dass dort, wo lokale und internationale Arbeitsstandards variieren, der höhere Standard gelten soll. Patagonia erklärt, dass die Firma für die Umsetzung des Verhaltenskodex in der gesamten Lieferkette (inkl. Unterlieferanten) verantwortlich ist. Der Verhaltenskodex beinhaltet Maßnahmen, um diesen in den Arbeitsstätten zu implementieren, und die Einhaltung zu überprüfen. Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu, grundlegende Arbeitsstandards zu respektieren, aber es verweist nicht explizit auf die einzelnen ILO Kernarbeitsnormen. Das Unternehmen verpflichtet sich nur dazu, den gesetzlichen Mindestlohn oder Standard-Industrielohn zu zahlen, d.h. keinen Existenzlohn. Der Verhaltenskodex der Firma beschränkt die wöchentliche Arbeitszeit auf 60 Stunden (48 Stunden plus 12 Stunden Überzeit), erlaubt jedoch in Ausnahmefällen eine höhere Stundenzahl pro Woche. Der Verhaltenskodex verlangt eine sichere und hygienisch einwandfreie Arbeitsumgebung in den Zulieferfabriken. Das Unternehmen verlangt nicht explizit, dass alle ArbeiterInnen einen Arbeitsvertrag erhalten. Über die oben erwähnten Arbeitsstandards hinaus ist der Verhaltenskodex in einzelnen Punkten nicht hinreichend genau. Er enthält keine Verpflichtung im Hinblick auf**:

- spezifische Schritte, um vernünftige Arbeitsbedingungen in solchen Ländern zu fördern, in denen nationale Gesetze das Vereinigungsrecht und die Rechte zu Kollektivverhandlungen einschränken

 - die Garantie eines Existenzlohnes für einen regulären Arbeitstag ohne Überstunden

 - den expliziten Hinweis auf die ILO-Kernkonvention 182 gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit

* Um mit den jüngsten Entwicklungen der international anerkannten Arbeitsrechtsnormen mitzuhalten (siehe Kodex unter: www.jo-in.org), müsste Patagonia den Firmenkodex bezüglich der folgenden Normen aktualisieren (und die folgenden ILO-Konventionen explizit anerkennen): 138,  182,  87,  98,  135,  100, 111,  29,  105,  1,  81,  122,  131,  154,  155,  159,  175,  177,  183, und die ILO Empfehlungen: 143,  35,  90, 111,  146,  164,  168,  184,  190 ).

 

Kodexumsetzung

Der Verhaltenskodex ist in die meisten Hauptsprachen der Länder übersetzt, aus denen das Unternehmen die Waren bezieht. Jeder Kaufvertrag legt die Verpflichtung des Zulieferers fest, den Kodex bei sich und seinen Unterlieferanten umzusetzen.  Patagonia erklärt, dass in den Zulieferfabriken für einen Teil des Managements und der Belegschaft Trainings zu Arbeitsrechtsthemen organisiert oder gefördert werden. Entsprechend der gelieferten Information liegen einige der Produktionsstandorte in Ländern oder Zonen, in denen Vereinigungsfreiheit gesetzlich nicht garantiert wird. Patagonia berücksichtigt zu einem gewissen Grade, dass die eigene Beschaffungspolitik Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Das Unternehmen hat einige Prozeduren etabliert, welche den Zulieferern zeigen, wie Planung verbessert und damit übermäßige Überstunden vermieden werden können.

Monitoring und Verifizierung

Patagonia reagiert auf Verstöße gegen den Verhaltenskodex mit einem Korrekturmaßnahmenplan. Das Unternehmen ist Mitglied der Multi-Stakeholder Verifizierungs-Initiative Fair Labor Association (FLA). Der Monitoring- und/oder Verifizierungsprozess beinhaltet die Konsultation lokaler zivilgesellschaftlicher Stakeholder.

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Patagonia
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