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Firmenprofil: Switcher

Unternehmensdaten

Le Mont sur Lausanne
Schweiz
1981
540 Kunden/Vertreiber in Europa
Private Aktiengesellschaft, Mehrheitseigner ist Robin Cornelius
ca. 45 Mio. Euro (60,2 Mio. CHF, 2008)
ca. 1,4 Mio. Euro (1,9 Mio. CHF, 2008)
Bangladesch, China, Volksrepublik, Indien, Portugal, Rumänien, Slowakei, Taiwan, Türkei
Produktpalette: Herren-, Damen- und Kinderbekleidung der Marken Switcher und Whale

Kommentar der CCK

Bei Switcher sind soziale und ökologische Grundsätze tief in Unternehmen und Management verankert. Die Firma ist sehr transparent und hat mit dem "Respect-Code" ein System zur detaillierten Rückverfolgbarkeit des Herstellungsprozesses ihrer Produkte eingeführt. Mit der Mitgliedschaft bei der Multi-Stakeholder-Initiative Fair Wear Foundation (FWF) geht Switcher eine umfassende Verpflichtung zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten ein. Diese beinhaltet eine Verifizierung in den Fabriken vor Ort unter Beizug von lokalen NGOs und Gewerkschaften, wie auch eine regelmäßige Bewertung der Managementprozesse in der Markenfirma selbst. Die Berichte dieser Management System Audits werden auf der Webseite der FWF veröffentlicht. Damit wird eine hohe Transparenz über Fortschritte und Herausforderungen in der Verbesserung der Arbeitsbedingungen gewährleistet. Bei der Verifizierung wird der konkrete Umsetzungsfortschritt in den Fabriken gemessen und überprüft, ob die von der Mitgliederfirma und der Fabrik getroffenen Verbesserungsmaßnahmen auch tatsächlich zu Verbesserungen führen. Die Firma übernimmt damit einen wichtigen Teil der Verantwortung bei der Umsetzung der Richtlinien und schiebt diese nicht einfach an den Lieferanten ab. Hervorzuheben ist zudem, dass sich die Firma zur Bezahlung von existenzsichernden Löhnen verpflichtet. Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass den ArbeiterInnen ein menschenwürdiges Leben ermöglicht wird.

In jüngster Zeit hat Switcher seine Produktpalette stark verbreitert, wodurch viele neue Lieferbetriebe dazugekommen sind. Mit der Mitgliedschaft in der FWF sind die Voraussetzungen zwar gut, um die damit verbundenen Herausforderungen zu meistern. Damit der hohe ökosoziale Standard gehalten werden kann, muss die Firma in den kommenden Jahren aber ein großes Engagement zeigen.

Bei Switcher sind rund 16 Prozent der Baumwollprodukte aus biologischem Anbau, ein kleinerer Anteil stammt zudem aus Fairtrade-zertifizierten Betrieben. Gemessen an den ökosozialen Ansprüchen der Firma besteht hier aber noch einiges Ausbaupotential.

Neuste Entwicklung seit der Veröffentlichung der Firmenporträts:

Aktuelle Informationen zu den Aktivitäten von Switcher für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben finden Sie im Management-System-Audit-Bericht der Fair Wear Foundation (Dezember 2010) sowie im Sozialbericht der Firma, der hier aufgeschalten wird, sobald er veröffentlich ist.

Transparenz

Switcher hat den Fragebogen der CCK beantwortet und detaillierte zusätzliche Informationen und Dokumente mitgeliefert. Der Verhaltenskodex der Firma ist öffentlich zugänglich im Internet, in Verkaufsläden oder durch andere Informationskanäle. Switcher gibt Informationen zur Struktur der Zulieferkette, den Produktionsländern und den Produktionsstätten. Auf den Etiketten der Kleider wird das Produktionsland genannt. Ein Sozialbericht ist öffentlich zugänglich. Er entspricht internationalen Berichtsstandards (GRI), beinhaltet aber keinen Bericht der Stakeholder. Switcher liefert Ergebnisse von Fabrikaudits und es existieren MSI Verifizierungs-Reporte.

Verhaltenskodex

Das Unternehmen Switcher hat einen Verhaltenskodex verabschiedet. Der Verhaltenskodex weist darauf hin, dass dort, wo lokale und internationale Arbeitsstandards variieren, der höhere Standard gelten soll. Switcher erklärt, dass die Firma für die Umsetzung des Verhaltenskodex in der gesamten Lieferkette (inkl. Unterlieferanten) verantwortlich ist. Der Verhaltenskodex beinhaltet Maßnahmen, um diesen in den Arbeitsstätten zu implementieren, und die Einhaltung zu überprüfen. Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu grundlegende Arbeitsstandards – entsprechend den ILO Kernkonventionen – in der gesamten Lieferkette zu respektieren. Das Unternehmen verpflichtet sich dazu, dem Recht der ArbeiterInnen auf einen Existenzlohn nachzukommen (d.h. ein Lohn der bei einer Regelarbeitszeit den Grundbedarf der ArbeiterInnen und ihrer Familie deckt und zusätzlich frei verfügbares Einkommen übrig lässt). Der Verhaltenskodex der Firma beschränkt die wöchentliche Arbeitszeit auf 60 Stunden (48 Stunden plus 12 Stunden Überzeit). Es ist vereinbart, dass Überstunden nur gelegentlich geleistet und mit dem üblichen Zuschlag abgegolten werden müssen. Der Verhaltenskodex verlangt eine sichere und hygienisch einwandfreie Arbeitsumgebung in den Zulieferfabriken. Das Unternehmen verlangt explizit, dass alle ArbeiterInnen einen Arbeitsvertrag erhalten. Über die oben erwähnten Arbeitsstandards hinaus ist der Verhaltenskodex in einzelnen Punkten nicht hinreichend genau. Er enthält keine Verpflichtung im Hinblick auf*:

  • Bestimmungen über vorübergehende Maßnahmen im Interesse der Kinder und ihrer Familien, wenn Kinderarbeit vorgefunden wird
  • das Verbot des Arbeitgebers, Kautionen einzufordern oder Personalausweise zurückzubehalten

*Um mit den jüngsten Entwicklungen der international anerkannten Arbeitsrechtsnormen mitzuhalten (siehe Kodex unter: www.jo-in.org), müsste Switcher den Firmenkodex bezüglich der folgenden Normen aktualisieren (und die folgenden ILO-Konventionen explizit anerkennen): 81, 122, 159, 175, 177, 183, und die ILO Empfehlungen: 35, 90, 111, 146, 164, 168, 184, 190).

Kodexumsetzung

Der Verhaltenskodex ist in die meisten Hauptsprachen der Länder übersetzt, aus denen das Unternehmen die Waren bezieht. Jeder Kaufvertrag legt die Verpflichtung des Zulieferers fest, den Kodex bei sich und seinen Unterlieferanten umzusetzen. Switcher erklärt, dass in den Zulieferfabriken für einen Teil des Managements und der Belegschaft Trainings zu Arbeitsrechtsthemen organisiert oder gefördert werden. Switcher verpflichtet sich zur Zahlung eines Existenzlohns in allen Produktionsstätten, hat aber hat keine glaubwürdige Methode, um diese Verpflichtung auch umzusetzen. Entsprechend der gelieferten Information liegen einige der Produktionsstandorte in Ländern oder Zonen, in denen Vereinigungsfreiheit gesetzlich nicht garantiert wird. Switcher berücksichtigt zu einem gewissen Grade, dass die eigene Beschaffungspolitik Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Das Unternehmen hat einige Prozeduren etabliert, welche den Zulieferern zeigen, wie Planung verbessert und damit übermäßige Überstunden vermieden werden können.

Monitoring und Verifizierung

Switcher konnte mit kohärenten Beispielen zeigen, dass Verstöße gegen den Verhaltenskodex mit einem Korrekturmaßnahmenplan angegangen werden. Das Unternehmen ist Mitglied der Multi-Stakeholder Verifizierungs-Initiative Fair Wear Foundation (FWF). Der Monitoring- und/oder Verifizierungsprozess beinhaltet die Konsultation lokaler zivilgesellschaftlicher Stakeholder.