Firmen Check

[Druckansicht]

Firmenprofil: Tatonka

Unternehmensdaten

Dasing
Deutschland
1981
Deutschland: ca. 300 Outdoor Filialen, ca. 300 Intersport Filialen, ca. 150 Sport2000 Filialen, ca. 50 Karstadt Filialen, ca. 130 sonstige Filialen
Winfried und Andreas Schechinger
N/A
EUR 632.660,10 (Oktober 2010 bis September 2011) EUR 632.660,10 (Oktober 2010 bis September 2011)
Vietnam
Marken: TATONKA Produkte: Bekleidung (12% des Umsatzes), Schuhe (0% des Umsatzes), Taschen/Rucksäcke (68% des Umsatzes), Edelstahl Kochgeschirr (3% des Umsatzes), Reise- Accessoires (10% des Umsatzes), Zelte (7% des Umsatzes)

Kommentar der CCK

Die nachfolgende Beurteilung der Unternehmenspolitik hinsichtlich Transparenz sowie der Implementierung und dem Monitoring von Arbeitsrechtsnormen basiert auf den Antworten des Unternehmens auf den Fragebogen der CCK und auf einer zusätzlichen Recherche, durchgeführt von der CCK.

 

Die Tatonka GmbH wurde 1981 gegründet und wird als Familienunternehmen geführt. Tatonka ist eines der wenigen Unternehmen der Outdoor-Branche, das seine Produkte in eigener Produktion fertigt. Die einzige unternehmenseigene Produktionsstätte (100% Firmenbesitz), Mountech Ltd., befindet sich in Vietnam. Das Sortiment umfasst rund 2.000 Outdoor- und Freizeit-Produkte und Tatonka-Produkte sind weltweit in rund 4.000 Fachgeschäften erhältlich.

Das Unternehmen hat seit der letzten CCC-Befragung 2010 einen Verhaltenskodex erarbeitet und den Produktionsbetrieb in Vietnam nach SA 8000 zertifizerien lassen. Eine weitere CSR-Maßnahme des Unternehmens ist das „Open Factory“ Programm.

Kritisch zu beurteilen bleibt, dass Tatonka sich nicht das Ziel gesetzt hat an der Implementierung von einem existenzsichernden Lohn zu arbeiten, eine Kernforderung der Clean Clothes Campaign.

Ein effektives und transparentes Engagement im Bereich der Unternehmensverantwortung wäre der Beitritt Tatonkas zu einer glaubwürdigen Multi-Stakeholder-Initiative, die die Zahlung eines existenzsichernden Lohns vorsieht.

Transparenz

 Tatonka hat den Fragebogen der CCK beantwortet und zusätzliche Dokumente mitgeliefert. Der Verhaltenskodex der Firma ist nicht öffentlich zugänglich im Internet, in Verkaufsläden oder durch andere Informationskanäle. Tatonka gibt Informationen zur Struktur der Zulieferkette, den Produktionsländern und den Produktionsstätten. Ein Sozialbericht ist öffentlich zugänglich. Tatonka liefert keine Ergebnisse von Fabrikaudits und es existieren auch keine Reports mit Ergebnissen einer MSI-Verifizierung.

Verhaltenskodex

Das Unternehmen Tatonka hat einen Verhaltenskodex verabschiedet. Der Verhaltenskodex weist darauf hin, dass dort, wo lokale und internationale Arbeitsstandards variieren, der höhere Standard gelten soll. Tatonka erklärt, dass die Firma für die Umsetzung des Verhaltenskodex in der gesamten Lieferkette (inkl. Unterlieferanten) verantwortlich ist. Der Verhaltenskodex beinhaltet Maßnahmen, um diesen in den Arbeitsstätten zu implementieren, und die Einhaltung zu überprüfen. Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu grundlegende Arbeitsstandards – entsprechend den ILO Kernkonventionen – in der gesamten Lieferkette zu respektieren. Das Unternehmen verpflichtet sich nur dazu, den gesetzlichen Mindestlohn oder Standard-Industrielohn zu zahlen, d.h. keinen Existenzlohn. Der Verhaltenskodex der Firma beschränkt die wöchentliche Arbeitszeit auf 60 Stunden (48 Stunden plus 12 Stunden Überzeit). Es ist vereinbart, dass Überstunden nur gelegentlich geleistet und mit dem üblichen Zuschlag abgegolten werden müssen. Der Verhaltenskodex verlangt eine sichere und hygienisch einwandfreie Arbeitsumgebung in den Zulieferfabriken. Das Unternehmen verlangt nicht explizit, dass alle ArbeiterInnen einen Arbeitsvertrag erhalten. Über die oben erwähnten Arbeitsstandards hinaus ist der Verhaltenskodex in einzelnen Punkten nicht hinreichend genau. Er enthält keine Verpflichtung im Hinblick auf:

- Bestimmungen über vorübergehende Maßnahmen im Interesse der Kinder und ihrer Familien, wenn Kinderarbeit vorgefunden wird

 - die Garantie eines Existenzlohnes für einen regulären Arbeitstag ohne Überstunden

Um mit den jüngsten Entwicklungen der international anerkannten Arbeitsrechtsnormen mitzuhalten (siehe Kodex unter: www.jo-in.org), müsste Tatonka den Firmenkodex bezüglich der folgenden Normen aktualisieren (und die folgenden ILO-Konventionen explizit anerkennen): 81,  122,  175,  177,  und die ILO Empfehlungen: 35,  168).

Kodexumsetzung

Der Verhaltenskodex ist in die Landessprache übersetzt, aus dem das Unternehmen die Waren bezieht. Der Kaufvertrag mit dem Zulieferer legt nicht fest, dass der Kodex bei ihm und all seinen Unterlieferanten umgesetzt werden muss. Es gibt keine glaubwürdigen Beweise dafür, dass das Unternehmen Tatonka Trainings zu Arbeitsrechtsfragen organisiert oder fördert. Entsprechend den vorliegenden Informationen beabsichtigt Tatonka nicht, die Zahlung eines Existenzlohns für alle ArbeiterInnen in der Zulieferkette zu implementieren. Tatonka berücksichtigt zu einem gewissen Grade, dass die eigene Beschaffungspolitik Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Das Unternehmen hat einige Prozeduren etabliert, welche den Zulieferern zeigen, wie Planung verbessert und damit übermäßige Überstunden vermieden werden können.

Monitoring und Verifizierung

 Das Unternehmen ist nicht Mitglied einer Business-Monitoringinitiative. Die CCK hat keine Resultate der Monitoring Aktivitäten des Unternehmens. Tatonka reagiert auf Verstöße gegen den Verhaltenskodex mit einem Korrekturmaßnahmenplan. Das Unternehmen ist nicht in eine unabhängige Verifizierung durch einen Multi-Stakeholder-Ansatz involviert, der Produktionsbetrieb in Vietnam ist jedoch nach SA 8000 zertifiziert.