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Firmenprofil: Vaude

Unternehmensdaten

Tettnang
Deutschland
1974
ca. 5.000
Familie Dewitz
N/A
N/A
Bulgarien, China, Volksrepublik, Deutschland, Korea, Republik, Litauen, Myanmar (Burma), Österreich, Tunesien, Vietnam
Marken: VAUDE, Edelrid Produkte: Bekleidung (53% des Umsatzes), Schuhe (3% des Umsatzes), Taschen (32% des Umsatzes), Schlafsäcke (2% des Umsatzes), Zelte (6% des Umsatzes), Camping Equipment (4% des Umsatzes)

Kommentar der CCK

Die nachfolgende Beurteilung der Unternehmenspolitik hinsichtlich Transparenz sowie der Implementierung und dem Monitoring von Arbeitsrechtsnormen basiert auf den Antworten des Unternehmens auf den Fragebogen der CCK und auf einer zusätzlichen Recherche, durchgeführt von der CCK.

 

1974 wurde das Familienunternehmen Vaude gegründet, das heute ein global tätiges Unternehmen mit verschiedenen Zulieferbetrieben und eigenständigen Produktionsstätten ist.

Das Unternehmen wurde im November 2010 Mitglied der Multi-Stakeholder-Initiative Fair Wear Foundation (FWF). Mit der Mitgliedschaft ging das Unternehmen eine umfassende Verpflichtung zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten ein. Diese beinhaltet eine Verifizierung in den Fabriken vor Ort unter Einbezug von lokalen NGOs und Gewerkschaften, wie auch eine regelmäßige Bewertung der Managementprozesse in der Markenfirma selbst. Auf der FWF-Website finden sich der Sozial- und Nachhaltigkeitsbericht von 2012 und der FWF-Brand-Performance Check von 2012. Damit wird eine hohe Transparenz über Fortschritte und Herausforderungen in der Verbesserung der Arbeitsbedingungen gewährleistet. Bei der Verifizierung wird der konkrete Umsetzungsfortschritt in den Fabriken gemessen und überprüft, ob die von der Mitgliederfirma und der Fabrik getroffenen Maßnahmen auch tatsächlich zu Verbesserungen führen. Die Firma übernimmt damit einen wichtigen Teil der Verantwortung bei der Umsetzung der Richtlinien und schiebt diese nicht einfach an den Lieferanten ab. Hervorzuheben ist zudem, dass sich die Firma zur Bezahlung von existenzsichernden Löhnen verpflichtet. Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass den ArbeiterInnen ein menschenwürdiges Leben ermöglicht wird.

MitarbeiterInnen in zentralen Positionen sind für CSR-Aufgaben verantwortlich. Die FWF bescheinigt eine konstruktive Vorgehensweise bei der Umsetzung des Verhaltenskodex und der durch die Mitgliedschaft bestehenden Verpflichtungen. Positiv wird deren schrittweise Umsetzung innerhalb der Lieferkette und des Managementsystems bewertet, um konkrete und strategische Verbesserungen nach erfolgten Audits zu erzielen.

Als positive Weiterentwicklung seit dem Ende der Befragung ist die Leitlinie für Kinderarbeit zu nennen (veröffentlicht im Oktober 2012). Sie präzisiert das Vorgehen, wenn Kinderarbeit in einem Zulieferbetrieb aufgedeckt wurde. Die von der Fair Wear Foundation erarbeitete Leitlinie ist für alle Mitgliedsunternehmen gültig, d.h. auch für Vaude.

Transparenz

VAUDE hat den Fragebogen der CCK beantwortet und zusätzliche Dokumente mitgeliefert. Der Verhaltenskodex der Firma ist öffentlich zugänglich im Internet, in Verkaufsläden oder durch andere Informationskanäle. Die Firma liefert einige Information zur Struktur der Zulieferkette, der Produktionsländer und der Produktionsstätten. Ein Sozialbericht ist öffentlich zugänglich. VAUDE liefert Ergebnisse von Fabrikaudits und es existieren MSI Verifizierungs-Reports.

Verhaltenskodex

 Das Unternehmen VAUDE hat einen Verhaltenskodex verabschiedet. Der Verhaltenskodex weist darauf hin, dass dort, wo lokale und internationale Arbeitsstandards variieren, der höhere Standard gelten soll. VAUDE erklärt, dass die Firma für die Umsetzung des Verhaltenskodex in der gesamten Lieferkette (inkl. Unterlieferanten) verantwortlich ist. Der Verhaltenskodex beinhaltet Maßnahmen, um diesen in den Arbeitsstätten zu implementieren, und die Einhaltung zu überprüfen. Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu grundlegende Arbeitsstandards – entsprechend den ILO Kernkonventionen – in der gesamten Lieferkette zu respektieren. Das Unternehmen verpflichtet sich dazu, dem Recht der ArbeiterInnen auf einen Existenzlohn nachzukommen (d.h. ein Lohn der bei einer Regelarbeitszeit den Grundbedarf der ArbeiterInnen und ihrer Familie deckt und zusätzlich frei verfügbares Einkommen übrig lässt). Der Verhaltenskodex der Firma beschränkt die wöchentliche Arbeitszeit auf 60 Stunden (48 Stunden plus 12 Stunden Überzeit). Es ist vereinbart, dass Überstunden nur gelegentlich geleistet und mit dem üblichen Zuschlag abgegolten werden müssen. Der Verhaltenskodex verlangt eine sichere und hygienisch einwandfreie Arbeitsumgebung in den Zulieferfabriken. Das Unternehmen verlangt explizit, dass alle ArbeiterInnen einen Arbeitsvertrag erhalten. Über die oben erwähnten Arbeitsstandards hinaus ist der Verhaltenskodex in einzelnen Punkten nicht hinreichend genau. Er enthält keine Verpflichtung im Hinblick auf*:

- Bestimmungen über vorübergehende Maßnahmen im Interesse der Kinder und ihrer Familien, wenn Kinderarbeit vorgefunden wird

 - das Verbot des Arbeitgebers, Kautionen einzufordern oder Personalausweise zurückzubehalten

* Um mit den jüngsten Entwicklungen der international anerkannten Arbeitsrechtsnormen mitzuhalten (siehe Kodex unter: www.jo-in.org), müsste VAUDE den Firmenkodex bezüglich der folgenden Normen aktualisieren (und die folgenden ILO-Konventionen explizit anerkennen):  81,  122,  159,  175,  177,  183, und die ILO Empfehlungen: 35,  90,  146,  164,  168,  184,  190 ).

Kodexumsetzung

Der Verhaltenskodex ist in alle Hauptsprachen der Länder übersetzt, aus denen das Unternehmen die Waren bezieht. Jeder Kaufvertrag legt die Verpflichtung des Zulieferers fest, den Kodex bei sich und seinen Unterlieferanten umzusetzen.  VAUDE erklärt, dass in den Zulieferfabriken für einen Teil des Managements und der Belegschaft Trainings zu Arbeitsrechtsthemen organisiert oder gefördert werden.  VAUDE verpflichtet sich zur Zahlung eines Existenzlohns in allen Produktionsstätten und hat eine glaubwürdige Methode entwickelt, wie ein Existenzlohn an jedem Produktionsstandort aussieht.  VAUDE hat nicht gezeigt, dass es sich der Tatsache bewusst ist, dass ein Teil der Produktionsstandorte in Ländern oder Zonen liegt, in denen Vereinigungsfreiheit gesetzlich nicht garantiert wird. VAUDE berücksichtigt zu einem gewissen Grade, dass die eigene Beschaffungspolitik Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Das Unternehmen hat einige Prozeduren etabliert, welche den Zulieferern zeigen, wie Planung verbessert und damit übermäßige Überstunden vermieden werden können.

Monitoring und Verifizierung

VAUDE reagiert auf Verstöße gegen den Verhaltenskodex mit einem Korrekturmaßnahmenplan. Das Unternehmen ist Mitglied der Multi-Stakeholder Verifizierungs-Initiative Fair Wear Foundation (FWF). Der Monitoring- und/oder Verifizierungsprozess beinhaltet die Konsultation lokaler zivilgesellschaftlicher Stakeholder.