Bangladesch Abkommen ACCORD wird um 3 Jahre verlängert

Im Juni einigten sich die internationalen Gewerkschaftsverbände IndustriALL und UNI, Vertreter von Markenunternehmen und Einzelhändler auf eine Verlängerung des „Accord on Fire and Building Safety in Bangladesch“, meist einfach kurz als „Accord“ bezeichnet.

Dabei handelt es sich um ein bahnbrechendes, rechtlich verbindliches Abkommen mit dem Ziel, Sicherheitsmängel in Zulieferfabriken von internationalen Textilunternehmen zu beseitigen. Bisher haben H&M, Inditex (Zara), Otto, KiK, Aldi Süd, Aldi Nord, Lidl, Tchibo und fünf weitere internationale Unternehmen das neue Abkommen unterzeichnet, acht weitere Unternehmen, darunter Esprit, haben versprochen zu unterzeichnen. 

IndustriALL und UNI haben am 29. Juni 2017 gemeinsam mit den Unternehmensvertretern von C&A und LC Waikiki das neue Abkommen beim OECD Global Forum on Responsible Business Conduct in Paris vorgestellt. Die Mitglieder des aktuellen Accord (Accord 1) trafen sich zur selben Zeit in Amsterdam um über das neue Abkommen zu beraten, von den meisten wird erwartet, dass sie das neue Abkommen (Accord 2) ebenfalls unterzeichnen.

In dem neuen  Accord sind rechtlich verbindliche Verpflichtungen, wirtschaftliche Sanktionen für Zulieferer, die gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen, vorgesehen, zudem wird von Mitgliedsunternehmen erwartet, dass ihren Zulieferern bei den Kosten der nötigen Reparaturen unter die Arme greifen. Zudem beinhaltet der neue Accord einige Fortschritte, wie etwa die Verpflichtung der Fabriken Abfindungen an die Arbeiter*innen zu zahlen, wenn die Fabrik wegen Sicherheitsmängeln schließen muss oder verlegt wird, Schutz von Gewerkschaftsmitgliedern, die bisher negative Konsequenzen fürchten müssen, wenn sie sich für bessere Sicherheitsstandards einsetzen und eine Verbesserung des Beschwerdemechanismus. Im Accord 2 könnten auch weitere Fabriken, die Schuhe und Heimtextilien herstellen, sowie Spinnereien aufgenommen werden.

Der neue Accord, der im Mai 2018 nach Ablauf des jetzigen Accord, in Kraft treten wird, ist eine Verlängerung des Abkommens um weitere drei Jahre. Das bedeutet, dass wichtige Baumaßnahmen und Sicherheitsinspektionen fortgesetzt und auf diese Weise an Fortschritte des ersten Accords angeknüpft werden kann.

Der Accord hat mit über 100,000 Maßnahmen, wie dem den Einbau von Brandschutztüren und der Behebung von Statik Problemen, in 1500 Fabriken den Arbeitsplatz von insgesamt 2,5 Millionen Textilarbeiterinnen sicherer gemacht. Wie sein Vorgänger ist der neue Accord ein Abkommen zwischen Gewerkschaften und Textilunternehmen und Einzelhändlern, dem vier Nichtregierungsorganisationen als sogenannte “Witness Signatories” beiwohnen. Dazu zählen die Clean Clothes Campaign, das International Labor Rights Forum, das Maquila Solidarity Network und das Worker Rights Consortium.

Den Text zum Accord 2018 gibt es hier als Download.


Juli 6, 2017, 10:29:02 Kavita Sandhu
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