Fashion Revolution Day 2016

Am 24. April jährt sich die Katastrophe von Rana Plaza zum dritten Mal.

21.04.2016 - Am 24.04.2014 kamen über 1.100 Menschen ums Leben, als die Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch einstürzte.

Anlässlich des Gedenktages der Opfer von Rana Plaza, aber auch zum Gedenken der Katastrophen von Ali Enterprises (2012, Pakistan) und Tazreen (2012, Bangladesch)  wird weiterhin für bessere Arbeitsbedingungen in der globalen Schuh-, Leder- und Textilindustrie stark gemacht. Die Clean Clothes Kampagne fordert H&M auf endlich seinem Versprechen nachzukommen und die Sicherheitsstandards seiner Zuliefererfabriken in Bangladesch zu gewährleisten!

Der Name Rana Plaza steht für eine der größten Industriekatastrophen in der Bekleidungsindustrie und dafür dass Wirtschaft und Politik nicht ausreichend Sorgfalt zum Schutz der Menschen und Menschenrechte bei der Arbeit walten lassen haben. Rana Plaza bedeutet aber auch, dass aufgrund anhaltender öffentlicher Proteste Veränderungen in Gang gesetzt wurden. Dafür steht das Abkommen über Brandschutz und Gebäudesicherheit (ACCORD).  Das Abkommen umfasst unabhängige Sicherheitsinspektionen, verpflichtende Reparaturen und Renovierungen, Möglichkeiten Geschäftsbeziehungen mit den Fabriken zu beenden, wenn diese notwendige Sicherheitsmaßnahmen ablehnen, sowie die Involvierung der betroffenen ArbeiterInnen und ihrer Vertretungen, der Gewerkschaften. Ein Kernstück des Abkommens ist die Kostenbeteiligung. Die unterzeichnenden Markenunternehmen verpflichten sich dazu für Instandhaltungskosten in ihren Zulieferbetrieben aufzukommen und damit die Arbeitsplätze sicherer zu machen. Das Abkommen garantiert den ArbeiterInnen das Recht gefährliche Arbeit zu verweigern, wie es die ILO Konvention 155 vorsieht. Die Verhandlungen zu diesem Abkommen leitete die Österreicherin Monika Kemperle, stellvertretende Generalsekretärin der internationalen Gewerkschaft IndustriAll.

Auch H&M hat dieses Abkommen unterschrieben. Doch knapp drei Jahre nachdem H&M das Gebäudesicherheitsabkommen für Bangladesch unterzeichnet hat, arbeiten jene Menschen, die für H&M-Kleider nähen, weiterhin unter extrem unsicheren Bedingungen. In vielen Fällen fehlt es nach wie vor an elementaren, lebensrettenden Sicherheitsmaßnahmen, wie eine neue Analyse der vier Organisationen, welche die Umsetzung des Gebäudesicherheitsabkommens überwachen, deutlich macht.

Die neuste Analyse von Januar 2016 folgt auf den Bericht von 2015. Beide zeigen klar auf, dass H&M sogar bei seinen bevorzugten Lieferanten viele der definierten Korrekturmassnahmen auch Monate nach dem festgelegten Stichtag noch nicht umgesetzt hat. Dazu zählen auch solch elementare Dinge wie feuersichere Fluchtrouten, das Entfernen von verschließbaren Innentüren oder die Installation von Brandschutzwänden. Die Verschleppung dieser Reparaturen kann im Falle eines Fabrikfeuers für die ArbeiterInnen im schlimmsten Fall tödlich enden.

Trotz den Bemühungen im Nachgang von Rana Plaza, die Gebäudesicherheit zu verbessern, wird die Bekleidungsindustrie immer wieder von Feuer und Explosionen geplagt. Ein Fabrikbrand im Februar 2016 in der Matrix Sweater Fabrik, einem Zulieferer von H&M, ist glücklicherweise glimpflich ausgegangen. Da das Feuer ungefähr eine Stunde vor Arbeitsschicht ausgebrochen ist, gab es nur wenige Verletzte. Allerdings hatten nicht alle ArbeiterInnen das gleiche Glück: Im Jahr 2010 starben bei einem Feuer in H&Ms Zulieferfabrik Garib & Garib 21 Menschen aufgrund fehlender Notausgänge.

 Weltweite Proteste vieler BürgerInnen auch in Österreich und der beharrliche Einsatz der Clean Clothes Kampagne gemeinsam mit Fashion Revolution Austria trugen dazu bei, dass die Frage der Entschädigung der Opfer weiterhin ein politisches Thema blieb und letztlich der Entschädigungsfond mit 30 Millionen US-Dollar gefüllt wurde. Dies war ein Durchbruch für Gerechtigkeit und gleichzeitig ein klares Zeichen für die Menschenrechte und die Sorgfaltspflicht von Unternehmen.

Immer mehr Menschen engagieren sich,mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen für die Wahrung der Menschenrechte und setzen sich gegen die untragbaren Zustände bei der Herstellung von Kleidung ein.  

Es geht um strukturelle Veränderungen. Die Einkaufspraxis der Unternehmen ist so zu verändern, dass Menschen- und Arbeitsrechte, Öko- u. Sozialstandards eingehalten werden.

Fashion Revolution Day Aktionen und Informationen

#whomademyclothes:
Auch heuer machen über 60 Länder weltweit bei dieser Initiative mit und beleuchten kritisch das Thema, woher unsere Kleidung kommt, wer sie näht und unter welchen Bedingungen. Informationen: WhoMadeMyClothes

We Are Fashion Revolution Austria:

Do., 21.04.2016, 19:30 
Who made my clothes?
Filmscreening und Podiumsdiskussion
 
Uni Campus/ AAKH / Hörsaal B, Spitalgasse 2-4 Wien

Fr., 22.04.2016, 9:30-21:00
TAKE – Festival for Independent Fashion and Arts
Alte Post, Dominikanerbastei 11 Wien 1010

  • 17:00: Spannende Podiumsdiskussion mit CORINA AJDER !
    Budapest Expertin der Clean Clothes Campaign für Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie in Moldawien, Rumänien und Ukraine, Autorin von Im Stich gelassen

Fr., 22.04.2016, 15:00
B.Dressed – Slow Fashion Revolution

Hotel Altstadt Vienna, Kirchengasse 41 Wien 1070

Sa.,23.04.2016, 11:00
Fair Fashion Walk Neubau
Ebenberg, Neubaugasse 4 Wien 1070

Weitere Informationen zu den Aktionen unter:


 

 

April 21, 2016, 12:58:49 Heike Hochhauser
I Made Your Clothes
Galerie zu Fashion Revolution Day 2016
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Newsbeiträge

Gerne posten wir auch externe Beiträge rund um das Thema Bekleidung!
 
Bitte wenden Sie sich dafür an office@cleanclothes.at