Rund 150.000 Menschen für existenzsichernde Löhne

21.10.2015 - Rund 150.000 Menschen, darunter über 6.700 ÖsterreicherInnen, unterstützten in den letzten zwei Jahren die Forderung der Clean Clothes Kampagne nach existenzsichernden Löhnen für NäherInnen. Vielen Dank an alle die unsere Petition unterschrieben haben!

Die Übergabe fand im Rahmen des „Living Wage Now-Forums“, organisiert von der Clean Clothes Kampagne Belgien in Brüssel statt. Mehr als 250 GewerkschafterInnen, AktivistInnen, PolitikerInnen und VertreterInnen von Firmen diskutierten über Möglichkeiten und Chance von verbindlichen Regelungen zur Umsetzung existenzsichernder Löhne für TextilarbeiterInnen. Dabei sind existenzsichernde Löhne kein Gnadenakt von Unternehmen, sondern ein Menschenrecht, das derzeit rund 60 Millionen Näherinnen und Nähern weltweit verweigert wird.

Verbindliche Regelungen nötig
Während des Forums stimmten die ReferentInnen überein, dass freiwillige Verhaltenskodizes und Pilotprojekte in der Vergangenheit kaum nachhaltige Verbesserungen nach sich gezogen haben. Verbindliche Regelungen, wie das nach dem Einsturz des Rana Plaza-Gebäudes abgeschlossene Sicherheitsabkommen (Accord for Fire and on Fire and Building Safety in Bangladesch) für Bangladesch werden von der Clean Clothes Kampagne als Fortschritt bewertet.

Transparente Zulieferketten gefragt
Jean-Marc Caudron von der Clean Clothes Kampagne Belgien fordert von der EU-Kommission eine Gesetzgebung, die europäische Unternehmen verpflichtet ihre Zulieferkette, die in manchen Fällen über 1.000 Betriebe umfasst, offenzulegen. Nach dem Einsturz des Rana Plaza-Gebäudes war es unmöglich festzustellen, welche europäischen Unternehmen ihre Hosen und T-Shirts dort fertigen ließen. GewerkschaftsvertreterInnen und ArbeitsrechtsaktivistInnen in Bangladesch mussten den Schutt auf der Suche nach Hinweisen durchwühlen, um eine Liste der dort produzierenden Firmen erstellen zu können.

Mindestlohn von acht Euro pro Monat
Neben der Transparenz standen im Zentrum der Diskussion die niedrigen Löhne in der Bekleidungsindustrie in Asien und in Europa. So berichtete Raisa Liparteliani, Vertreterin des  georgischen Gewerkschaftsbundes, von einem nationalen Mindestlohn für NäherInnen von acht  Euro pro Monat. Europäische Unternehmen halten Menschen in Asien und in Europa in ihrer Armut gefangen, indem sie Löhne zahlen, von denen niemand menschenwürdig leben kann. In Bulgarien und Rumänien sind die Mindestlöhne niedriger als in China. Die nationalen Mindestlöhne sollten unverzüglich auf 60 Prozent des nationalen Durchschnittseinkommens erhöht werden, um den Menschen einen Weg aus der Armut zu ermöglichen, so die Forderung der Clean Clothes Kampagne.

Eine Reihe von Unternehmen hat versprochen in der Zukunft existenzsichernde Löhne an die Frauen und Männer zu bezahlen, die ihre Kleider nähen. Andere haben versichert, dass die Rechte ihrer ArbeiterInnen in der Produktionskette bereits eingehalten werden. Die Clean Clothes Kampagne hofft, dass  die Unterschriften von rund 150.000 Menschen für existenzsichernde Löhne bei den Unternehmen als Auftrag ankommen endlich existenzsichernde Löhne zu zahlen!

Hintergrundinformationen
Magazin zum Thema existenzsichernder Lohn (Englisch)
Living Wage Now Forum

Okt. 21, 2015, 10:33:57 Heike Hochhauser
149.251 Personen unterschrieben in den letzen zwei Jahren die Petition für existenzsichernde Löhne. In Österreich waren es über 6.700 Personen_
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