Prominente Stimmen

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Dr. Heinz Fischer
Bundespräsident

Die Bemühung um faire Arbeitsbedingungen gehört zu den dringendsten Aufgaben der Weltgemeinschaft. Um dabei auch wirklich Fortschritte erzielen zu können, ist eine neue und globale Form von „Sozialpartnerschaft“ erforderlich: ein Miteinander von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, von staatlichen Organisationen und Zivilgesellschaft, von Einzel- und Kollektivinteressen.

Nur wenn es gelingt, das Bündel von Kräften und Motiven in Balance zu bringen, besteht Aussicht auf Erfolg. Dieser Weg in eine bessere Zukunft ist aber nicht nur eine Aufgabe der „großen Politik“, sondern kann bei jedem einzelnen Menschen selbst beginnen.

Ein konkretes Beispiel dafür ist die Clean Clothes Kampagne für faire Arbeitsbedingungen weltweit. Sie wird von hunderten Organisationen und Vereinigungen in vielen Ländern der Welt getragen und setzt sich im Bereich der internationalen Bekleidungsindustrie für die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter, für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und damit für die Verwirklichung der globalen Entwicklungsziele der UNO ein.
Ich freue mich, dass in Österreich bereits ein ansehnliches Netzwerk geknüpft werden konnte und danke allen sehr herzlich, die sich an der Fairness-Kampagne beteiligen!

Mag.a Ulrike_Lunacek
Magª. Ulrike Lunacek
Abgeordnete zum Europäischen Parlament

Das olympische Ideal der Neuzeit ist ein die Menschen verbindender und die Völker vereinender sportlicher Wettkampf - unbeeinflusst von politischen, sozialen, wirtschaftlichen, ethnischen oder religiösen Unterschieden.

Der Hochleistungssport der heutigen Zeit ist weit entfernt von diesem Ideal: ein hartes Brot für die SportlerInnen und ihre Teams, hohe materielle und ökologische Kosten für das Gastgeberland, oftmals auf Kosten der lokalen Bevölkerung - und ein goldenes Pflaster für die Sportbekleidungs- und Sportschuh-Industrie. Die Frauen und Kinder, die in diesem gigantischen Industriezweig zuschneiden und nähen, sehen so gut wie nichts von den Gewinnen der Firmen, für die sie in Zulieferbetrieben oder in Heimarbeit tätig sind.

Die Menschenrechte der ArbeiterInnen - seien es soziale und wirtschaftliche, aber auch bürgerliche und politische Rechte - stehen meist an unterster Stelle. Weil es in den Produktionsländern keine entsprechenden Gesetze gibt. Weil sie, wenn vorhanden, nicht eingehalten werden. Weil Gewerkschaften verboten sind. Weil Frauen keine anderen Möglichkeiten haben, Geld zu verdienen und ihre Kinder zu ernähren. Weil viele Länder auf Grund ihrer hohen Auslandsverschuldung gezwungen sind, sich auf Exportproduktion unter Umgehung eigener Gesetze einzulassen und daher die ausländischen Produktionsbetriebe nicht einmal angemessen besteuert werden.

Sport soll(te) Spaß machen, Freude an Bewegung und Begegnung bieten - und alle direkt und indirekt Beteiligten sollten etwas davon haben.

Das heißt aber auch, dass wir, die wir uns Sportschuhe und -bekleidung leisten können, einen gerechten Preis dafür zahlen sollten - einen Preis, von dem die ErzeugerInnen in Indonesien oder El Salvador einen ihrer Arbeitsleistung entsprechenden Lohn erhalten; ein Lohn, von dem sie leben sowie ihre Mädchen und Buben ernähren, kleiden und in die Schule schicken können.

Und das heißt, dass soziale und ökologische Mindeststandards für Unternehmen auf internationaler Ebene geregelt gehören; genauso muß es möglich werden, etwa auf Ebene der UNO Verstöße gegen diese Vereinbarungen zu ahnden. Ein Aufwerten der Internationalen Arbeitsorganisation ILO in diesem Sinn und die Einrichtung einer internationalen Umweltorganisation wären richtige Schritte in diese Richtung.

Dr. Reinhold Lopatka
Dr. Reinhold Lopatka
Staatssekretär im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, ehem. Sportstaatssekretär

JA zu Fairness!
Fairness im Sport ist mir wichtig. Deswegen kämpfen wir auch entschlossen gegen Doping im Sport. Aber nicht nur während des Spiels geht es mir um Fairness. Sportartikel werden heute oft noch immer in Entwicklungs- und Schwellenländern unter unwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt. Sport darf nicht auf den Rücken von Arbeiter/innen ausgetragen werden. Da ich der Überzeugung bin, dass Österreich Vorreiter sein muss, was die Förderung von fairen und ökologischen Produktionsbedingungen auf der ganzen Welt angeht, unterstütze ich Play Fair 2008!

Vera Lischka Ex-Schwimmeuropameisterin
Vera Lischka                                                                                                          Ex-Schwimmeuropameisterin

Das IOC als Schwerverdiener bei Olympia sollte nicht nur öffentlichkeitswirksam dem unfairen Sport- den Kampf ansagen, sondern auch für die Arbeitsbedingungen derer kämpfen, die nicht am Siegespodest, sondern tag-täglich auf der Verliererseite im Leben stehen- nämlich die Arbeiterinnen und Arbeiter. Und nachdem auch die Sportartikelindustrie, oder die großen Sportorganisationen bisher reichlich wenig tun, um sich für Gerechtigkeit und Fair Play im Bereich der Arbeiterinnen und Arbeiter einzusetzen, liegt es an uns den Konsumenten.
Denn in vielen Fällen hat der Druck kritischer Konsumenten schon viel bewirkt, deshalb beteilige auch ich mich an der Play Fair Kampagne 2008.

Alfred Dorfer
Alfred Dorfer
Kabarettist und Schauspieler

Es ist allgemein bekannt, dass Fanartikel und Sportbekleidung in Zulieferbetrieben in der Dritten Welt um Hungerlöhne hergestellt werden. Umso wichtiger ist es, auf diesen Umstand hinzuweisen, der ja nicht nur für diese Branche gilt, sondern ein allgemeines, "globales" Phänomen darstellt. Dass die Glorie unseres Entertainments mit dem Hunger anderer bezahlt wird, sollte aber noch mehr in unser Bewusstsein rücken, umso wichtiger ist eine Kampagne wie Clean Clothes.

Petra Bayer
Petra Bayr
Abgeordnete zum Nationalrat

Damit wir im reichen Norden ein riesiges Angebot an möglichst billigen Textilien haben, beuten internationale Konzerne Menschen, deren Umwelt und all ihre Ressourcen im armen Süden aus. Menschen und ihr Lebensumfeld kaputt zu machen, um Profite zu maximieren ist kein diskutables Überlebenskonzept für diesen Planeten. Deshalb unterstütze ich die Clean Clothes Kampagne und alle weiteren Maßnahmen, die den Menschen überall ermöglichen, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Große Sportereingisse wie z.B. die Olympischen Spiele sind wichtige Anlässe, um Sportbegeisterte für die Anliegen jener Menschen zu sensibilisieren, die unter ausbeuterischen Produktionsverhältnissen leiden.

Sigi_Grabner
Sigi Grabner
Snowboardweltmeister und Unternehmer

Im Sport gibt es Regeln, die Fairness im Wettbewerb sicherstellen. Regeln gäbe es auch in der Wirtschaft. Trotzdem werden internationale Arbeitsrechte in vielen Fällen nicht eingehalten. Das ist nicht fair gegenüber den Arbeiterinnen und Arbeitern, die unsere Sportbekleidung produzieren.
Als Spitzensportler und Unternehmer unterstütze ich daher die Clean Clothes Kampagne, die sich für faire Arbeitsbedingungen einsetzt.

CCK News

Neue Studie: Die Ausbeutung Indiens für Europas Schuhe

Auf der Stelle (ge)treten. Arbeitsrechtsverletzungen in der indischen Schuh- und Lederproduktion

Wien, am 05. Oktober 2016 – Zwei Wochen nach dem Test österreichischer Schuhhersteller auf Überschreitung des Grenzwerts von giftigem Chrom VI in Lederschuhen veröffentlichen heute die Clean Clothes Kampagne, GLOBAL 2000, AK Wien und AK OÖ die Chrom VI-Testergebnisse von 22 europäischen Schuhfirmen, darunter Birkenstock, Deichmann, Prada und Adidas.
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Wenn gut nicht gut genug ist

Ein neuer Bericht von Future in Our Hands und der kambodschanischen NGO CENTRAL thematisiert Arbeitsrechtsverletzungen bei H&M's "besten" Zulieferfabriken in Kambodscha.
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Österreichische Lederschuhe im Test auf hochgiftiges Chrom VI

GLOBAL 2000, Clean Clothes Kampagne, AK Oberösterreich und AK Wien untersuchten Schuhe heimischer Hersteller

Wien, am 21. September 2016 – Im groß angelegten Test befanden sich 20 Kinder-, Damen- und Herrenlederschuhe von sieben österreichischen Firmen (Hartjes, Leder und Schuh, Legero, Lorenz, Paul Green, Richter und Waldviertler – die größten heimischen Hersteller, bzw. Händler die ihren Sitz in Österreich haben), die auf Rückstände des hochgiftigen Chrom VI untersucht wurden. In einem der getesteten Damenschuhpaare wurde eine Überschreitung des gesetzlichen Grenzwerts festgestellt. In vier weiteren Schuhen konnten zwar Spuren von Chrom VI nachgewiesen werden, diese lagen jedoch im erlaubten Rahmen.
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