Firmenprofil: Promod


Check 2014: Firmen Profile 2014

Bewertung

Ungenügend


5/40


Check 2010: Fashion

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Auf dem Weg


3/5

Monitoring und Verifizierung

Das Unternehmen ist nicht Mitglied einer Business-Monitoringinitiative. Die CCK hat keine Informationen über die Resultate der Monitoring Aktivitäten des Unternehmens. Promod konnte nicht beispielhaft zeigen, wie identifizierte Verstöße gegen Arbeitsrechte nachverfolgt und behoben werden. Das Unternehmen ist nicht in eine unabhängige Verifizierung durch einen Multi-Stakeholder-Ansatz involviert.

Transparenz

Promod hat den Fragebogen der CCK beantwortet und einige zusätzliche Dokumente mitgeliefert. Der Verhaltenskodex der Firma ist nicht öffentlich zugänglich im Internet, in Verkaufsläden oder durch andere Informationskanäle. Die Firma liefert einige Information zur Struktur der Zulieferkette, der Produktionsländer und der Produktionsstätten. Es existiert kein Sozialbericht. Promod liefert keine Ergebnisse von Fabrikaudits und es existieren auch keine Reporte mit Ergebnissen einer MSI-Verifizierung.

Kodexumsetzung

Der Verhaltenskodex ist in einige Sprachen der Länder übersetzt, aus denen das Unternehmen die Waren bezieht. Jeder Kaufvertrag legt die Verpflichtung des Zulieferers fest, den Kodex bei sich und seinen Unterlieferanten umzusetzen. Es gibt keine glaubwürdigen Beweise dafür, dass das Unternehmen Promod Trainings zu Arbeitsrechtsfragen organisiert oder fördert. Entsprechend den vorliegenden Informationen beabsichtigt Promod nicht, die Zahlung eines Existenzlohns für alle ArbeiterInnen in der Zulieferkette zu implementieren. Entsprechend der gelieferten Information liegen einige der Produktionsstandorte in Ländern oder Zonen, in denen Vereinigungsfreiheit gesetzlich nicht garantiert wird. Promod berücksichtigt zu einem gewissen Grade, dass die eigene Beschaffungspolitik Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Das Unternehmen hat einige Prozeduren etabliert, welche den Zulieferern zeigen, wie Planung verbessert und damit übermäßige Überstunden vermieden werden können. Es existieren keine Vorschriften, um den Einkäufern positive Anreize zu geben, damit sie bessere Arbeitsbedingungen in den Fabriken berücksichtigen und Aufträge bevorzugt an diese Produktionsstätten geben.

Verhaltenskodex

Promod bekennt sich in keinem öffentlichen Dokument zur Einhaltung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und der lokalen Arbeitsgesetze. Promod erklärt, dass die Firma für die Umsetzung des Verhaltenskodex in der gesamten Lieferkette (inkl. Unterlieferanten) verantwortlich ist. Der Verhaltenskodex beinhaltet Maßnahmen, um diesen in den Arbeitsstätten zu implementieren, und die Einhaltung zu überprüfen. Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu, grundlegende Arbeitsstandards zu respektieren, aber es verweist nicht explizit auf die einzelnen ILO Kernarbeitsnormen. Das Unternehmen verpflichtet sich weder dazu, Löhne entsprechend eines Existenzlohns noch entsprechend eines gesetzlichen Mindestlohns zu zahlen. Der Verhaltenskodex der Firma beschränkt die wöchentliche Arbeitszeit auf 60 Stunden (48 Stunden plus 12 Stunden Überzeit). Es ist vereinbart, dass Überstunden nur gelegentlich geleistet und mit dem üblichen Zuschlag abgegolten werden müssen. Das Unternehmen verlangt nicht explizit, dass alle ArbeiterInnen einen Arbeitsvertrag erhalten. Über die oben erwähnten Arbeitsstandards hinaus ist der Verhaltenskodex in einzelnen Punkten nicht hinreichend genau. Er enthält keine Verpflichtung im Hinblick auf*:

  • Bestimmungen über vorübergehende Maßnahmen im Interesse der Kinder und ihrer Familien, wenn Kinderarbeit vorgefunden wird
  • Sonderbestimmungen für ArbeiterInnen unter 18 Jahren (z.B. Ausbildung, keine Nachtarbeit)
  • das Verbot des Arbeitgebers, Kautionen einzufordern oder Personalausweise zurückzubehalten
  • die Garantie eines Existenzlohnes für einen regulären Arbeitstag ohne Überstunden
  • Verbot willkürlicher Strafen, insbesondere bei Krankheit oder Schwangerschaft
  • Verbot von körperlicher Misshandlung oder deren Androhung, von ungewöhnlichen Bestrafungen oder Disziplinierungsmaßnahmen sowie von sexuellen und anderen Formen der Belästigung sowie der Einschüchterung durch den Arbeitgeber
  • den expliziten Hinweis auf die ILO-Kernkonvention 182 gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit

*Um mit den jüngsten Entwicklungen der international anerkannten Arbeitsrechtsnormen mitzuhalten (siehe Kodex unter: www.jo-in.org), müsste Promod den Firmenkodex bezüglich der folgenden Normen aktualisieren (und die folgenden ILO-Konventionen explizit anerkennen): 138, 182, 87, 98, 135, 100, 111, 29, 105, 1, 81, 122, 131, 154, 155, 159, 175, 177, 183 und die ILO-Empfehlungen 143, 35, 90, 111, 146, 164, 168, 184, 190.

Kommentar der CCK

Promod reagierte offen und interessiert auf die Firmenumfrage der CCK, doch es bleibt noch vieles zu tun für die Firma. Promod ist nicht involviert in eine unabhängige Verifizierung und verpflichtet sich nicht, einen Existenzlohn zu bezahlen. Positiv zu vermerken ist, dass Promod einige Prozesse etabliert hat, um die Einkaufspraxis und die Planung zu verbessern und exzessive Überzeit zu vermeiden.

Die nachfolgende Beurteilung der Unternehmenspolitik hinsichtlich Transparenz sowie der Implementierung und dem Monitoring von Arbeitsrechtsnormen basiert auf den Antworten des Unternehmens auf den Fragebogen der CCK und auf einer zusätzlichen Recherche von Dokumenten, durchgeführt von der CCK.

Wir freuen uns, dass sich Promod mit der Frage eines Existenzlohns auseinandersetzt und diesen als nächsten Schritt in seiner CSR in Bezug auf die Politik der Lieferkette anerkennt. Die Verknüpfung mit einer höheren Produktivität kann für Käufer einen Anreiz bilden, doch darf dies nicht die einzige Antwort für die ArbeiterInnen sein. Diese müssen einen angemessenen Lohn erhalten, unabhängig von der Notwendigkeit der Unternehmen, die Marktpreise zu erfüllen.

Das gesamte Firmenprofil auf Englisch findet sich hier.

Firmenposition zum Existenzlohn

"Hauptziel von Promod ist es, sicherzustellen, dass alle Lieferanten die lokalen Gesetze in Bezug auf Mindestlöhne und Anforderungen betreffend Gesundheit und Sicherheit in ihren Fabriken erfüllen … Die Bezahlung eines Existenzlohns könnte der nächste Schritt sein. Wir stehen im Gespräch mit dem französischen Zweig von CCC, um zu untersuchen, wie wir dieses Programm in Zukunft integrieren können und – sehr wichtig – wie wir eine genügende Anzahl von Marken um dieses Projekt herum versammeln können, um tatsächlich Einfluss nehmen zu können."


Unternehmensdaten

Hauptsitz
Marcq en Baroeul
Land
FR
Gegründet
1975
CEO:
Patrice Lepoutre
Im Besitz von
Francis Charles Pollet (Chairman)
Verkaufsstellen
600 in Europa, 800 weltweit
Umsatz
ca. 900 Mio. Euro
Gewinn
nicht bekannt
Produktionsländer
Bangladesch, Bulgarien, China, Volksrepublik, ES, FR, Vereinigtes Königreich, Indien, IT, Korea, Republik, Litauen, Marokko, Mauritius, Philippinen, Rumänien, Thailand, Tunesien, Türkei, Vietnam
Web
www.promod.com/

Legende

  • Gut
  • Auf dem Weg
  • So lala
  • Nachlässig
  • Ungenügend

vergangene Schwerpunkte

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