So wird ein Schuh draus: Arbeitsrechtsverletzungen in chinesischen Schuhfabriken

28.04.2016, Wien – Fast 65% aller Schuhe werden in China produziert. Chinesische ArbeiterInnen, die Schuhe für u.a. Adidas, Clarks und ECCO herstellen, schildern in der heute veröffentlichten Studie der Clean Clothes Kampagne „So wird ein Schuh draus“ zahlreiche Arbeitsrechtsverletzungen. Gegen Streikende wird brutal vorgegangen.

„Wer sich in China öffentlich für die Einhaltung von Arbeitsrechten engagiert, riskiert viel”, so Kathrin Pelzer  von der Clean Clothes Kampagne. Streiks und Versammlungen von ArbeiterInnen, die für ihre Rechte eintreten, wird mit Gewalt begegnet. „Während des Streiks ließen Polizisten ihre Hunde auf uns los und befahlen den Tieren, uns zu beißen”, berichtete eine der befragten ArbeiterInnen.

Die Arbeitsrechtsaktivisten Zeng Freiyand und Meng Han sind seit Dezember 2015 in Haft. Die beiden Aktivisten berieten die ArbeiterInnen der Lide Shoe Fabrik nach einem Streik in den Verhandlungen mit ihren Arbeitgebern. Zeng Freiyand und Meng Han wird die „Störung der öffentlichen Ordnung” vorgeworfen, ein Tatbestand der in China zu lebenslanger Haft führen kann.

Die Clean Clothes Kampagne startet heute eine Petition für die Freilassung der Arbeitsrechtsaktivisten. Die Clean Clothes Kampagne fordert von den Unternehmen, die in der Lide Shoe Fabrik ihre Schuhe fertigen ließen - darunter Calvin Klein und Ralph Lauren - sich für die Freilassung der AktivistInnen einzusetzen.

47 ArbeiterInnen von drei unterschiedlichen Schuhfabriken in der Provinz Guangdong wurden für den Bericht „So wird ein Schuh draus. Arbeitsbedingungen in der chinesischen Schuhindustrie“ interviewt. Die Befragten berichten von niedrigen Löhnen, unfreiwilligen Überstunden und mangelndem Schutz vor Gesundheitsrisiken.

Der 42jährige Arbeiter Hu arbeitete als Lackierer in der Yue Yuen Schuhfabrik. Er musste im Stehen arbeiten und war stets den giftigen Dämpfen ausgesetzt. An manchen

Tagen lackierte Hu zusammen mit einem Kollegen 2.800 Schuhe. Einer seiner Kollegen ist mittlerweile an Leukämie erkrankt.

„Die in der Schuhproduktion eingesetzten giftigen Stoffe gefährden nicht nur Arbeiterinnen und Arbeiter in China”, gibt Kathrin Pelzer von der Clean Clothes Kampagne zu bedenken. Im Rahmen der Initiative „Change your Shoes” informiert die Clean Clothes Kampagne gemeinsam mit GLOBAL2000 über die negativen Auswirkungen der globalen Schuhproduktion auf ArbeiterInnen, Umwelt und KonsumentInnen. Das Schwermetall Chrom VI, das bei der Ledergerbung entstehen kann, löst in bereits geringsten Mengen bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen aus. Der VKI (Verein für Konsumenteninformation) testete 14 Kinderschuhe auf Chrom VI: ein Kinderschuh von Clarks enthielt Chrom VI, wie die heute veröffentlichte Studie zeigt.

Hintergrundinformationen:

April 28, 2016, 10:54:15 Heike Hochhauser
So wird ein Schuh draus
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