Change your Shoes?

Unter dem Motto "Change your Shoes" hat die Clean Clothes Kampagne (CCK) gemeinsam mit 17 Partnerorganisationen, 14 in Europa, 3 in Asien von 2015 – 2017 einen eigenen Schwerpunkt gesetzt und sich intensiv mit den Arbeitsbedingungen von Menschen in der Schuhproduktion beschäftigt. Die Initiative zeigte Missstände in der Leder- und Schuhindustrie auf und machte auf Gesundheits- und Umweltgefährdungen aufmerksam. Seither werden aktuelle Fälle von Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen in der globalen Lieferkette von Schuhen in die reguläre Arbeit von CCK integriert.

Beiträge zu Turn Around H&M

Unsere Ziele:

  • Existenzsichernde Löhne für die ArbeiterInnen in der Leder- und Schuhindustrie
  • Sichere Arbeitsplätze in Gerbereien und Fabriken
  • Transparenz für KonsumentInnen, wie ihre Schuhe produziert werden

Wir haben eine Petition an Deichmann, Camper, Prada, Birkenstock, CCC sowie Leder und Schuh übergeben und Ende November an EU-ParlamentarierInnen in Brüssel überreicht. Über 12.000 Menschen fordern damit, dass die Arbeiter*innen, die ihre Schuhe herstellen, unter menschenwürdigen Bedingungen arbeiten können. Das heißt auch, dass sie von ihrem Lohn leben können und in den Fabriken Umweltstandards eingehalten werden. Die Unternehmen sollen auch klare Informationen über die Produktionsländer und -bedingungen bereitstellen.

Mach mit!

Wichtig ist natürlich auch, dass du mithilfst, das Problem anzugehen. Informiere dich hier, erzähle deinen Bekannten davon, sei kritisch – sieh dir auch noch den Firmencheck und das Österreichische Umweltzeichen für Schuhe an. Dort kannst du erfahren, dass faire Produktionsstandards und Transparenz möglich sind. Das Gütesiegel fordert die Bezahlung von Existenzlöhnen und verbietet die Verwendung von mit Chrom gegerbtem Leder. Die Kriterien folgen einem ganzheitlichen Ansatz von der Herkunft der Ausgangsmaterialien bis hin zur Endfertigung.

Informiere dich!

Überzeug dich selbst, wie die verschiedenen Schuhproduzenten im Vergleich mit über 50 anderen Unternehmen abschneiden - unser Firmencheck liefert dank einer europaweiten Firmenbefragung und Analyse standardisierte und untereinander vergleichbare Profile von Fashion- und Outdoor-Unternehmen. 

Wenn du schon mal hier bist 

Wir sind auf deine Unterstützung angewiesen! Deine Spende ermöglicht es uns, uns für Transparenz, Umweltschutz und faire Arbeitsbedingungen in der Schuhproduktion einzusetzen. Jeder Beitrag macht einen Unterschied!

Hard Facts zur Schuhproduktion

Gift im Schuh

Im Stadtteil Hazaribagh in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, stehen ArbeiterInnen barfüßig und ohne Atemschutz oder Schutzbrille in der Chromlauge, um aus Tierhäuten Leder für den Export herzustellen. 

Bangladesch ist eines der ärmsten Länder der Welt und gleichzeitig einer der Hauptexporteure von Leder weltweit. Häufig sehen sich auch Kinder gezwungen, in den Gerbereien von Hazaribagh zu arbeiten. Die giftigen Dämpfe der Gerbmittel reizen unmittelbar Augen und Atemwege und führen auf Dauer zu schweren Hauterkrankungen, Lungenschäden und schlussendlich Krebs. 

Es sind aber nicht nur die ArbeiterInnen in den Gerbereien, die an dieser schmutzigen Industrie leiden. Die hochgiftigen Abwässer, die während des Gerbungsprozesses entstehen, werden ungeklärt in den naheliegenden Fluss Buriganga abgeleitet und verbreiten sich so bis in den Golf von Bengalen. Auf ihrem Weg vergiften sie nicht nur Wasser und Luft, sondern auch einen der fruchtbarsten Böden der Erde.

Gesundheitsschädliche Chemikalien, die in der Gerbung eingesetzt werden, bleiben nicht in den Produktionsstätten zurück. Über die Schuhe und das Leder gelangen sie an die Füße von europäischen KonsumentInnen. Eine 2012 veröffentlichte Studie des dänischen Umweltministeriums zeigte auf, dass 44 Prozent der getesteten Männer-, Frauen- und Kinderschuhe Chrom VI enthielten.

Füße eines Arbeiters in Gerberei in Bangladesh

Hungerlöhne

Eines der größten Probleme in vielen schuhproduzierenden Ländern auf der ganzen Welt sind die niedrigen Löhne. Selbst wenn ArbeiterInnen den rechtlichen Mindestlohn bezahlt bekommen, können sie davon oft nicht leben. In China beispielsweise ist der Mindestlohn nur die Hälfte von dem, was für ein menschenwürdiges Leben nötig wäre, in Bangladesch und Bosnien-Herzegovina nur ein Fünftel.

Im Süden von Indien sind es vorwiegend Frauen, aber auch ganze Familien, die daheim die Schuhe zusammennähen. Pro gefertigtem Paar Schuhe werden maximal 20 Cent bezahlt, pro Tag schafft eine Näherin rund zehn Paare, erhält also höchstens zwei Euro pro Tag. Ansprüche auf Sozialleistungen oder medizinische Versorgung gibt es für HeimarbeiterInnen keine.

Zum anderen wird in den Schuhfabriken sechs Tage die Wochen à acht Stunden gearbeitet, für Monatslöhne bis max. rund 70 Euro. Das entspricht nur knapp dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn und liegt weit unter einem von der Asian Floor Wage Alliance errechneten existenzsichernden Lohn.

Arbeiter umringt von Schuhen, die er gerade poliert

Unsere Erfolge

Unter dem Motto „Zeigt uns wer unsere Schuhe macht!“ hat die Clean Clothes Kampagne in ganz Europa für mehr Transparenz in der Schuhproduktion mobil gemacht. Die weltweit produzierenden Schuhmarken Deichmann, Camper, Prada, Birkenstock, CCC sowie Leder und Schuh wurden aufgefordert für mehr Transparenz, Umweltschutz und faire Arbeitsbedingungen einzutreten.

Mit 13.606 Unterschriften hat die Clean Clothes Kampagne klar das selbst gesteckte Ziel von 10.000 überschritten! Auch dabei handelt es sich nur um ein vorläufiges Endergebnis. Weitere Petitionslisten müssen noch eingesammelt und ausgewertet werden. Mit dem endgültigen Ergebnis ist Anfang nächster Woche zu rechnen.

Die Petition wird den Unternehmen Deichmann, Camper, Prada, Birkenstock, CCC sowie Leder und Schuh übergeben und Ende November an EU-ParlamentarierInnen in Brüssel überreicht.

Mitarbeiter der Clean Clothes Kampagne mit Unterschriftenliste vor einem Schuhgeschäft

vergangene Schwerpunkte

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