Berichte von ArbeiterInnen

Nichts macht die Forderung nach existenzsichernden Löhnen greifbarer als die Menschen, die von Daten und Fakten oft in den Hintergrund gedrängt werden. Die Clean Clothes Kampagne sammelte einige dieser persönlichen Schicksale.

Der Traum einer Arbeiterin: genug zu essen (Kambodscha)

„Sie haben uns gesagt, es handle sich um eine dringende Lieferung. Wir hatten Angst, beschimpft und gezwungen zu werden. Wir arbeiteten sogar, wenn wir krank waren. Wir arbeiteten sogar, wenn wir nicht genug geschlafen oder nicht genug zu essen hatten. Ich bin so kaputt."     



Salongs Traum:
ein sicheres Badezimmer (Kambodscha)

„Der Raum ist winzig [2m x 3m] und hässlich. Wir haben zu viert nur eine Matte, ein Moskitonetz und einen Gaskocher. Ich verdiene im Monat 80 USD. Für diesen Raum zahlen wir 40 USD im Monat, jeder zehn USD, inklusive Strom und Wasser. Das ist eine Menge Geld, aber wir haben Glück, weil der Besitzer ein Badezimmer gebaut hat, das zu  unserem Zimmer gehört. Deshalb fühlen wir uns viel sicherer."


Ratnas Traum: eine sichere Schwangerschaft (Indien)

Ratna war im achten Monat schwanger und arbeitete als Leiharbeiterin in Bangalore, als die Wehen einsetzten. Sie hatte keine andere Wahl, sie musste arbeiten gehen, denn an diesem Tag wurde der Lohn ausbezahlt und sie konnte es sich nicht leisten, daraufzu verzichten. Wäre sie nicht anwesend gewesen, hätte sie bis zum Monatsende auf ihren  Lohn warten müssen.Etwa um zehn Uhr vormittags wurden die Wehen schlimmer. Sie ging zu einem Aufseher und bat um die Erlaubnis, die Arbeit zu verlassen, doch man sagte ihr, sie müsse den Geschäftsführer um Erlaubnis bitten. Schließlich konnte sie um 12:30 Uhr ihren Arbeitsplatz verlassen, wurde aber von den Sicherheitskräften noch weiter aufgehalten. Als sie endlich aus der Fabrik kam, konnte sie kaum noch zehn Schritte laufen. Schließlich gebar sie auf dem Gehweg.

Es war zu spät, um das Baby zu retten. Die Nabelschnur wurde nicht durchgeschnitten und niemand leistete medizinische Hilfe. Als sie zuhause ankam, war das Kind tot.

 

Phallas Traum: eine eigene Werkstatt (Kambodscha)

Phalla verdient im Monat 120 USD, Überstunden eingerechnet. Sie unterstützt ihre Familie, auch ihre Eltern, die krank sind. Außerdem hat sie selbst gesundheitliche Probleme. Phalla träumt davon, genug Geld zu sparen, um zur Schule zu gehen und eine eigene Werkstatt aufzumachen, aber sie sagt, als Näherin Geld zu sparen, ist unmöglich. „Ich kann nie etwas zur Seite legen", sagt sie. „Wenn ich das täte, würden meine Eltern sterben, und ich auch."


Nupurs Traum: die Schule abzuschließen (Bangladesch)

Bevor Nupur, 19, zu arbeiten begann, lebte sie in einem Dorf und ging zur Schule. Nach der fünften Schulstufe konnte sie die Schule nicht weiter besuchen. Ihre Eltern konnten die Schulgebühren nicht mehr bezahlen. Nupur und ihr Vater sind die einzigen Geldverdiener in der Familie. Ihr Vater kann aufgrund einer chronischen Erkrankung nicht immer arbeiten. Die Familie ist von Nupurs Lohn als Näherin abhängig.

 

Und was wäre, wenn...

...wir auf Bekleidung verzichten würden, die unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt wurde? Wir von der Clean Clothes Kampagne zeigen es euch! Natürlich mit einem Augenzwinkern...

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Auch NäherInnen von Uniformen verdienen einen Existenzlohn!

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und von Arztkittel auch!

CCK News

Zeigt uns wer unsere Schuhe macht!

EU muss Schuhunternehmen bei Menschen- und Arbeitsrechten in die Pflicht nehmen

Brüssel/Wien, 20. November 2017 - Anlässlich des Runden Tisches zur Schuh- und Bekleidungsbranche im Europäischen Parlament hat die Clean Clothes Kampagne heute einen verbindlichen Einsatz der EU für die Wahrung von Menschen- und Arbeitsrechten in der Schuh- und Lederbranche gefordert.

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Sweatshops in Europa

Neuer Bericht der Clean Clothes Kampagne dokumentiert Armutslöhne in der Bekleidungsindustrie Ost- und Südosteuropas.


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Voller Erfolg für die Petition „Starker Schritt für Menschenrechte!“

Unter dem Motto „Zeigt uns wer unsere Schuhe macht!“ hat die Clean Clothes Kampagne in ganz Europa für mehr Transparenz in der Schuhproduktion mobil gemacht.

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